Freeeeeitag!!

Ein letztes Mal für diese Woche habe ich mich aus dem Bett gequält und fahre zur Arbeit. Heute sind wieder alle da, der mir bisher nur von nachmittags bekannte Fahrer wusste warum er die dicke Jacke anbehalten hat und leider liegen derzeit keine Daten für die elektronische Anzeige vor.

Auch für heute habe ich den genialen Plan ganz schnell ganz viel zu arbeiten um früher nach Hause zu kommen. Mal sehen ob es wieder so gut klappt wie letzte Woche.

Die Aussicht die komplette nächste Woche nicht hier zu sitzen macht es angenehm erträglich. Meine Laune ist auf jeden Fall wieder besser, Schlafen hilft da ja auch ungemein.

Heute passiert hier aber wirklich gar nichts. Wir fahren einfach nur, ab und zu halten wir an und es ist weder ein Radio noch ein Telefonat zu hören. Nichtraucher ist der Fahrer auch. Kein Rückwärtsfahren, nur kurzes Winken. Where has all the action gone?

Ab jetzt beginnt die Invasion, es besteht also noch Hoffnung.

Nein, es blieb ruhig und unspektakulär. Und es war eines der seltenen Male wo wir exakt zur vorgesehen Zeit losgefahren sind und genauso exakt hier angekommen sind. Alles genau nach Plan. Es wurde am Schluss noch ganz kurz telefoniert, das Gespräch bestand aber hauptsächlich aus Gelächter.

Und jetzt geht es genauso planmäßig weiter. Sehr schön. Auf in einen neuen Tag!

Update Rückfahrt

Ich habe tatsächlich einen Bus früher geschafft. Und so trennt mich nur noch eine Fahrt mit dem Kommissar von meinem Urlaub. Ich wurde einfach durchgewunken, hinter mir fielen dann die Sätze „Anschlussticket oder raus! Und jetzt nicht so erstaunt tun bitte.“ Man kann es ja mal probieren…

Wie nicht anders zu erwarten ist die Betonverschiebingsfrau nicht zu hören. Sie wurde wohl schon auf der Hinfahrt abgewürgt.

Der Kommissar wurde gerade angerufen und spricht Deutsch mit slawischem Einschlag. Anscheinend ist der Dienstplan Dezember raus. Wie sich diese Art Gespräche branchenübergreifend gleichen ist faszinierend. Im Bus vorher hörte ich übrigens den interessanten Fahrerteil eines Gesprächs über Schuhe die sehr klein ausfallen. (Auch Männer kennen das Problem, sieh an).

Und schon sitze ich im Bus gen Süden. Was freue ich mich auf ein paar Tage ohne Fahrerei und Arbeit. Es kann aber noch dauern, Blaulicht verheißt ja in der Regel nix Gutes. Irgendwo im Saarland hat jemand auf der Autobahn einen Weihnachtsbaum verloren. Und hier draussen ist jemand über seinen eigenen Hund gestolpert.

Und jetzt hat es endlich Nööööt gemacht…

Symbolbild

Dieses Bild kommt ungefähr hin. Das Wetter ist furchtbar, ich bin müde und es ist kalt. Und dann klebte eben auch noch ein Bonbon auf meinem Handy. Ich war heute die einzige die am Hauptbahnhof eingestiegen ist. Haben die anderen alle frei oder was? Wie unfair!

Aber wenigstens ist die Quietschtürkette durchbrochen und es ist ein anderer Bus. Mit dem Fahrer wie fast immer. Der heute morgen nicht raucht. Obwohl es fast gar nicht mehr regnet.

Ich wäre jetzt gerne zu Hause in meinem Bett. Ist alles doof. Aber das System braucht mich, was will ich machen.

Während wir mal wieder an der entzückenden Baustelle halten hat der Fahrer seine Lesebrille aufgesetzt und liest irgendwelche Zettel. Ökschn vom feinsten, meine Damen und Herren.

Wie langweilig-der Gegenbus konnte einfach so ohne Rückwärtsfahrt passieren. Heute ist alles same same but different.

Jetzt dürfte es gerne pünktlich weitergehen. Obwohl es gerade nicht regnet ist es nicht sehr angenehm hier zu warten. Es ist auch seltsam ruhig obwohl ein Bus nach dem anderen heranrollt.

Und der Bus mit Dunkelbiermann war pünktlich. Auf zu neuen Taten!

Update Rückfahrt

Jetzt sitze ich im Bus nach Hause. Der Fahrer ist derselbe wie schon die ganze Woche (wo kann man eigentlich solche Pullover kaufen?) und telefoniert bereits emsig. Für Essen und Trinken ist auch gesorgt.

Ich bin irgendwie schlecht gelaunt und weiss gar nicht warum. Ich glaube es ist meine übliche Kurz-vor-dem-Urlaub-Genervtheit. Bald ist es ja geschafft!

Es scheint in dieser Region groß in Mode zu sein Geldautomaten zu sprengen. Fast jeden Tag hört man davon. Nicht mehr en vogue ist es scheinbar, die Automaten mittels Zugkraft aus der Wand zu reissen. Auch das Geldautomatenausraubgeschäft unterliegt gewissen Trends.

Die schönste Überschrift heute in der App mit den lokalen Nachrichten: „Pimmel am Himmel“ Es ging um Kondensstreifen nach einem Flugmanöver der Bundeswehr. Am erstaunlichen fand ich ja, dass bei der Bundeswehr überhaupt flugtaugliche Maschinen im Einsatz sind…

Vorne geht es mal wieder hoch her. Hat „Vertragswerkstatt“ Mist gebaut?

„Geschäftsschluss“ ist ja mal eine Angabe für den Zeitpunkt der Paketzustellung mit der man arbeiten kann…

Jetzt stehen wir mal wieder rum und vorne wird die Gelegenheit zur schriftlichen Kommunikation genutzt. Und schon klingelt das Handy wieder.

Endlich back at good old Hauptbahnhof. Hunger, Pippi, Kalt. Und müde.

Ich sitze im letzten Bus für heute und der aus dem ich komme fährt mit munter telefonierendem Fahrer Richtung Betriebshof. Hessi James hat mich nicht gesehen! Die Hindenburgstrasse soll umbenannt werden, das gleichnamige Gymnasium hat dieses Schicksal schon vor Jahren ereilt.

Nöööt. Jetzt noch schnell was zu Essen kaufen und dann den Tag auf der Couch beenden. Wo ich wahrscheinlich einschlafen werde…

Spiderman, Spiderman

Heute mal ein Bild von Spiderman seinem Haus. Ich kann mich nicht erinnern dieses Foto gemacht zu haben, aber irgendwie ist es schön. Obwohl ich Spinnen ja nicht besonders mag-irgendwie habe ich immer das Gefühl sie starren einen an während sie bewegungslos in irgendwelchen Ecken sitzen.

Mensch, was habe ich ein Glück! Da darf ich doch schon wieder mit dem Bus von gestern abend fahren. I really really love this door. Der heutige Fahrer telefoniert normalerweise nicht, er hört nur Radio.

Wann genau wird nochmal das neue Ermächtigungsgesetz verabschiedet? Man will ja vorbereitet sein wenn die Aufforderung zur Zwangsimpfung kommt.

Lorenz Caffier from Mecklenburg-Western Pomerania hat es bis in die BBC News geschafft. Augen auf beim Waffenkauf kann ich da nur sagen.

Ich bin sooooo müde. Das lässt ja auf einen tollen Tag hoffen. Und gleich rufe ich vorsichtshalber „Chronische Sinusitis“ bevor ich mir die Nase putze.

Hier steht man aber ganz besonders schön. Die Baustelle sieht im Hellen bestimmt noch viel entzückender aus.

„Alter, ich bin voll geknockouted!“ Ja, das Gefühl ist mir nicht unbekannt…

Wie lange dauert es wohl heute bis es weitergeht? Man darf gespannt sein. Die Schnick-Schnack-Schnuck Spieler von eben aus dem Bus hauen sich jetzt gegenseitig auf die Hinterköpfe und machen seltsame Geräusche. Der Pokemomsammler regt sich immer noch auf weil der Bus nicht auf freier Strecke angehalten hat damit er eins fangen kann. („Ich hab‘ doch ganz laut gerufen!“)

Nur drei Minuten zu spät und zügig losgefahren. Fein, gleich darf ich anfangen zu arbeiten…

Update Rückfahrt

Und wieder ist ein Arbeitstag vor dem Urlaub geschafft. Jetzt lasse ich mich von dem bereits beim Eintreffen an der Haltestelle eifrig telefonierenden Fahrer der letzten Tage nach Hause bringen. „Weihnachtsgeld“ ist das momentane Thema, anscheinend auch in der Whats-App-Gruppe.

Und ich stricke emsig an der Legende vom Glück ohne Ende: Es ist schon wieder der Bus mit der quietschenden Tür! Das riecht nach Verschwörung…

Irgendwas regt den Herrn am Steuer gerade furchtbar auf, ich sehe ein explodierendes Blutdruckmessgerät vor meinem geistigen Auge. Gut, jetzt geht’s wieder. Ein Frauenname fällt mehrfach. Sehr mysteriös, was gäbe ich darum etwas mehr zu verstehen. Pirati????

Hallo, ihr coolen Jungs dahinten: Eure Textsicherheit bei diesem Möchtegern-Gangstarap beeindruckt mich nicht.

Wenn es nicht so besorgniserregend wäre könnte man über die heutigen Vorgänge in Berlin ja eigentlich nur lachen. Besonders die Impfmücken haben mich schwer beeindruckt, nicht zu vergessen diese entzückende Tinnitusversion der Nationalhymne. Wer bitte ist so abgefuckt dass er seine Kinder missbraucht um nicht die volle Dröhnung Wasserwerfer zu bekommen? Auf den Demos die ich als Kind erlebt habe gab es keine Wasserwerfer. Da war es immer lustig und friedlich. Auch wenn die Themen keine schönen waren. Wir wollten wie das Wasser sein und wurden nicht damit verscheucht. Die vielzitierte Rede von Otto Wels war Teil meines Abiturs in Geschichte. Diese Haltung fand ich damals schon beeindruckend.

Und schon taucht die Porta Nigra aus dem Dunkel auf. Sie steht noch. Als ich klein war hatte ich immer Angst unser Haus wäre weg wenn wir länger unterwegs waren. Oder die ganze Strasse. Ich erinnere mich an die unglaubliche Erleichterung wenn alles noch da war.

Und nahtlos in den nächsten Bus. Wenn Hessi James gleich einsteigt steige ich aus. Warum hat die Natur eigentlich keine Ohrenlider vorgesehen? Und die Möglichkeit die Nase abzuschalten wäre von Zeit zu Zeit auch nicht schlecht.

Nöööt. Endlich. Ich habe mal wieder so einen furchtbaren Hunger, es ist kaum auszuhalten…

London quoting from the past

Heute mal ein bereits vier Jahre altes Bild aus dem guten alten London. Sogar das Datum stimmt fast. Wie wohl momentan die Nutzer der tube aufgemuntert werden?

Hier ist alles beim alten, heute versprach das T-Shirt des Fahrers nicht zuviel. Es ist angenehm warm und der Bus ist auch wieder modern.

Wer jetzt angesichts der im Raum stehenden Triage über das Beschreiten des Rechtswegs sinniert hat wohl noch nie Einblick in einen Katastrophenschutz-und Evakuierungsplan gehabt. Ich möchte nie in der Situation sein die dort verlangten Entscheidungen treffen zu müssen. Weder das Wort noch der Vorgang sind schön, aber leider besteht in manchen Bereichen tagtäglich Notwendigkeit.

Jacke an, Tür auf und Radio so laut dass es beim Rauchen gehört wird. Und schon geht es weiter auf der Reise in einen neuen Arbeitstag. (Der mich jetzt schon irgendwie nervt, aber egal).

Nächste Woche um die Zeit liege ich in meinem Bett und habe Urlaub. Welch wunderbare Vorstellung. Faszinierenderweise werde ich wenn ich nicht aufstehen muss so gut wie nie wach wie sonst. Ich werde meistens wach und bin erstaunt wie spät es schon ist. Und dann funktioniert das mit dem zügig und gut getaktet überhaupt nicht. Ich kann dann locker eine gefühlte Ewigkeit halb angezogen verbringen und zugucken wie der Kaffee kalt wird.

Die Busdichte um uns herum und die Lautstärke hier drin nehmen zu. Ein untrügliches Zeichen dass wir uns dem Ziel nähern.

Wir sind da. Mal sehen wie lange es heute dauert bis es weitergeht. Jemand hat ein Level bei einem Spiel geknackt-König der Bushaltestelle. Schon blöd, wenn der Noah in Hörweite steht. „Alter, der Bus hat meine Kaugummis überfahren!“

Heute kommen wir pünktlich weg wie es sich gehört…

Update Rückfahrt

So, nachdem ich schon dachte der Fahrer hätte vergessen wieder zurück zu kommen ist er dann doch aufgetaucht. Derselbe wie gestern abend, diesmal bereits beim Eintreffen telefonierend. Irgendwas mit „Material“ muss ausgiebig besprochen werden.

Ich spreche derweil ein wenig mit dem Gurkensalat von heute mittag.

Gott, ist das langweilig heute. Der Fahrer zählt gerade die nächsten Haltestellen auf. So ohne Kontext erscheint das ja irgendwie sehr sinnlos. Es klingt teilweise noch schräger als bei der Betonverschiebungsfrau…

Twitter hat mir gerade Thomas Oppermann zum Folgen vorgeschlagen. Gruseligerweise ist auf dem Account auch kein Hinweis warum schon länger nichts mehr getweetet wurde.

Diese hintere Tür macht muvh wahnsinnig! Sie quietscht sogar noch ewig lange nach.

Und jetzt riecht es ganz wunderbar nach Desinfektionsmittel. Eine gerade eingestiegene Frau hat sich ausgiebig die Handschuhe desinfiziert. Sprühdesinfektion! auf Handschuhe!! Mein Hygienefachkraftherz blutet.

Der Warnton wenn die Tür nicht richtig geschlossen ist kann nicht überhört werden. Ganz was Fieses. Das Problem wurde pragmatisch durch minutenlanges Tür auf-Tür zu gelöst. Jetzt ist wieder Ruhe. Und ich bin dem Wahnsinn nahe.

Letzter Bus für heute. Leider werde ich nie erfahren wie das verzwickte „Meine Mutter hat kein‘ Schlüssel und ich weiss nicht ob ich vor ihr da bin“ gelöst wurde. Wenn mich die finanziellen Probleme anderer Leute interessieren würden wäre ich Bankkauffrau geworden. (Interessant dass die Autokorrektur aus der Frau einen Mann gemacht hat. Muss ich mich gleich mal empört bei Twitter drüber auslassen und es als persönlichen Angriff werten).

Diesmal gab es kein Entrinnen. Der unlängst erwähnte nervigste Mensch der Welt hat mich erblickt. Hessi James lebt! Aber ich konnte sie gottlob wegnöööten…

Monday, Monday

Es ist Montag und ich sitze im Bus an oben abgebildeter Haltestelle. Es geht nicht voran, weil sich jemand noch vergewissern musste dass wir wirklich die Strecke fahren die auf dem Plan steht und jetzt noch eine Wochenkarte mit sehr kleinem Geld bezahlt wird. („Indianergeld“ ist ja vermutlich politisch inkorrekt).

Die Tatsache dass der Fahrer ( mit Standardnichtfrisur) ein T-Shirt trägt hat bezüglich der Temperatur kurz hoffen lassen was sich aber schnell zerschlagen hat. Und es ist ein älterer Bus ohne diese moderne Anzeige. Die Uhr ist irgendwann um kurz vor sieben stehen geblieben.

Am Wochenende wurde auf der Strecke eifrig weihnachtlich dekoriert. Die Gartenhäuschen sehen jetzt teilweise aus wie Weihnachtsmarktbuden.

Zum Rauchen wird dann doch die Jacke angezogen. Und sich ein bisschen im Außenspiegel betrachtet. Nachdem dann noch die Hosentaschen geleert wurden kann es weitergehen.

Insgesamt ist es ein wenig langweilig heute morgen. Es wird nicht telefoniert und der Arm liegt einfach nur so da.

Ein vergessenes Deutschheft führt gerade zu leichter Panik. Wir kennen jetzt alle den kompletten Inhalt des Rucksacks. Inklusive rollender Trinkflasche.

Und jetzt noch ein bisschen warten auf den nächsten Bus. Der hoffentlich halbwegs pünktlich ist. Hier wird anscheinend dreckiges Schurkenlachen geübt. Und freiliegende Knöchel gezeigt während man sich fragt ob schon wieder eine HÜ ansteht. „Ich hab‘ voll die Pickel, aber ich wurde gezwungen hierhin zu kommen“. „Daniel sitzt soooo süss!“

Ich sitze jetzt auch endlich wieder nachdem der Fahrer den Knopf gefunden hat um die Tür aufzumachen. Nicht dass wir jetzt losfahren würden…

Irgendwann darf ich bestimmt endlich anfangen zu arbeiten!

Update Rückfahrt

Und wie ich heute gearbeitet habe!

Jetzt bin ich auf dem Weg zurück, mit einem Fahrer den ich nicht kenne. Und bis auf weiteres auch nicht mehr sehe. Aber er ist ein Freund des Lichts und der angenehmen Temperatur, was will ich also mehr…

Der Leiter des Gesundheitsamtes Berlin-Reinickendorf wurde anscheinend von der Interviewanfrage überrascht, sonst hätte er wahrscheinlich ein anderes Sweatshirt angezogen.

Es hat dann immerhin zehn Minuten bis zum Beginn des obligatorischen Telefongesprächs gedauert. Aber es war nur kurz, jetzt quakt das Radio. SWR3, kann gerne so laut bleiben.

Heute morgen konnte ich die Bewohnerin von Donnerstag entisolieren. „Kein Kockorona? Na also!“ Sprach’s und verschwand mit ihrem Rollator in den Tiefen des Wohnbereichs.

Geraucht wird anscheinend nicht. Und auch sonst kein Bedürfnis nach Kontaktaufnahme mit dem anderen Bus. Stattdessen wird noch ein wenig ins Headset geplaudert. Der Herr hat einen enormen Redeanteil…

Ich habe ganz schlimmen Hunger. Gott sei Dank sind wir schon im Norden der Großstadt, es ist nicht mehr weit zur Zwiebelwurst. Jetzt wird von allen Seiten telefoniert. Mich ruft nie jemand an während ich unterwegs bin. Und sonst eigentlich auch nicht. Ach, ach, ach.

Da ist dieses Outdoorzubehörgeschäft das eine Zeit lang einen riesigen Trekkingrucksack vor der Tür stehen hatte. Überflüssig zu erwähnen dass ich mehr als einmal dagegen gelaufen bin als diese Strasse noch Teil meines Heimwegs war…

Jetzt sitze ich schon im nächsten Bus, aber wir warten noch bis alle Sternbusse da sind. Denn der Gott der Stadtwerke hat sie gezählet dass ihm ja nicht einer zum Abfahren fehlet. Überraschung- die meisten Fahrer merken wenn man ihnen ungültige Fahrausweise ans Plexiglas drückt. Wie es jetzt wohl in dem endgültig geschlossenen Karstadt aussieht? Und in der schon seit Jahren rückgebauten Unterführung? N’abend Tütenfrau! Ja, es ist wie immer alles ganz furchtbar.

Nöööt für heute!

Und auch noch der 13.

Ich glaube nur die Tatsache dass heute der letzte Tag der Arbeitswoche ist hat mich überhaupt dazu gebracht aufzustehen und mein Morgenprogramm zu aktivieren. Und ich habe den genialen Plan ganz schnell ganz viel zu arbeiten um so früh wie möglich Feierabend machen zu können. Es wird wahrscheinlich so enden wie einer von Baldricks cunning plans in Blackadder…

Dass der wie üblich bereits telefonierende Fahrer seine Jacke noch anhat liess die Temperatur im Bus bereits erahnen. Kockorona soll mal wieder durch Kälte bekämpft werden.

Das will hier heute kein Ende nehmen. Vielleicht kommen wir nie an?! Vielleicht bin ich tot und keiner hat Bescheid gesagt? Ein dann doch eher unwahrscheinliches Szenario.

Wir stehen neben dem Wegweiser zu einem Biergarten. Und die Stimmung in der Fahrerkabine ist ähnlich. Da fragt man sich schon, was wohl so lustig ist…

Jetzt werfen sie ihre Trinkflaschen schon durch den Bus. Wir hatten ja noch die guten alten Trinkpäckchen. Und den Kakao aus dem Büdchen vom Hausmeister. Damals. Als ein Satz wie „Warum schreibst du mir denn, ich sitz‘ doch hier vorne im Bus“ noch keinen Sinn ergab.

„Du riechst voll nach Deo Alter. Hast du etwa geduscht?“ Ist der Plural von Pokemon neuerdings Pokemönne? Und woher weiss die Mama von den 0,5 Punkten in der Reli-HÜ? (Kleiner Tipp: Mamas kriegen früher oder später ALLES raus. Zumindest war es bei unserer so). Und hier wieder der Schulbus mit der Fahrerin die beim Anhalten beherzt nach dem Mikro greift.

Der Freund der gepflegten Konversation ist schon wieder auf dem Weg zurück und ich friere hier immer noch. Na endlich! Auf in einen hoffentlich schnell vorbei gehenden kurzen Arbeitstag!

Update Rückfahrt

Mein genialer Plan ist aufgegangen. Ich habe sogar zwei Busse früher geschafft. Ein mir bereits bekannter Fahrer mit ohne Haare (aber neuerdings mit Bart) unterbrach kurz das bereits laufende Telefongespräch um mir beim Einsteigen Hallo zu sagen. Ich kann ihn und die Umgebung sehen, welch angenehme Wohltat. Er trägt ein Pink Floyd T-Shirt, sehr sympathisch.

Gerade als ich mich freute dass es dieses Jahr aus naheliegenden Gründen keine Weihnachtsfeier geben wird ploppte eine e-mail im internen System auf. Betreff: Wichteln. Ein leider nicht auszurottender Brauch.

Mr Floyd spricht jetzt Englisch und macht einen Termin aus. Im Gegenbus der fluchende Bewohner-lookalike von neulich.

Fahrerwechsel am roten Bushäuschen. Kann ein bisschen dauern, man muss noch irgendwas ausdiskutieren. Es fiel das Wort Dienstplan, offenbar ein internationales Schreckenswort. Den neuen Fahrer habe ich noch nie gesehen, er lüftet jetzt vor der Abfahrt nochmal ausgiebig die Nebenhöhlen.

Die erste Weihnachtsdeko in einem Vorgarten. Ganz neu, heute morgen hat da noch nix geleuchtet.

So, jetzt wird mal eine geraucht und telefoniert. Rauch durch die Nase geht gar nicht. Hat mir mal ein Date versaut.

Es gibt eine „Schutzgemeinschaft Sparkassengeschädigte e.V.“ Gerade hat uns ein Auto mit dieser Aufschrift überholt. Was machen die denn so konkret? Okay, der Internetauftritt spricht für sich. Es geht um verschwiegene und unter den Teppich gekehrte Machenschaften des Kapitals. Der in solchen Zusammenhängen gerne genomme verbitterte Plakathochhalter darf nicht fehlen.

Jetzt bin ich schon gleich zu Hause und weiss gar nicht was ich mit der vielen Zeit anfangen soll. Aber da fällt mir bestimmt was Schönes ein.

Ein Hund mit Schutzmaske. Gut, das Frauchen hat eine Klangschale in der Tasche was so einiges erklärt.

Der Busfahrer der eben dazu aufgefordert hat sich „wegen dem Corona“ im ganzen Bus zu verteilen hat jetzt jemanden an der Backe der ganz dringend über die Linie 5, die nicht funktionierenden Anzeigetafeln und die Linie 1 sprechen möchte.

Und dann waren wir noch wegen einer Baustelle ganz dramatisch eingekeilt. Inklusive des aus seinem Fensterchen „Ich muss hier einen Bogen fahren. Das geht nicht wenn die PKWs so stehen. Machen Sie mir bitte Platz!“ rufenden Fahrers und der Anfrage vom Bus hinter uns: „Alles in Ordnung? Du stehst irgendwie blöd. Ich bleib‘ dann besser erstmal hier stehen.“

Irgendwann hat es dann aber für mich genööötet und das Wochenende kann offiziell beginnen…

Lasst Kerzen sprechen

Heute morgen mal ein kleiner Beitrag von einer viel zu wenig beachteten Minderheit. Das Schaufenster fasziniert mich immer wieder. Bald werden sie weihnachtlich dekorieren…

Hier ist alles wie gehabt. Vorne wird telefoniert und geklopft. Gerade wird etwas aufgezählt und mit entsprechender Fingeranzahl bekräftigt. Die Zahl drei spielt eine tragende Rolle. Ich frage mich was die armen Fahrer machen die in der Eifel mit ihren riesigen Funklöchern unterwegs sind.

Was mich ja wirklich wundert: Es ist noch niemand auf die Idee gekommen der Karl-Marx-Statue einen Mundschutz zu verpassen. Obwohl er doch streng genommen im Maskenpflichtbereich steht. Da könnte der größte Sohn der Stadt (neben Fischers Maathes und Ernst Huberty) ja mal mit gutem Beispiel vorangehen.

„Bastian Yotta verrät seine Penisgrösse“. Too much information, thank you very much. Die Angaben dürfen ohnehin mit Recht angezweifelt werden. Und wer will das eigentlich wissen?

Jetzt stehe ich hier und habe so gar keine Lust zu arbeiten. Aber es hilft ja alles nix. Vielleicht habe ich ja gleich Fieber und muss umgehend die Einrichtung verlassen…

„Sieht das jetzt eigentlich gut aus? Ich hatte nur die Jacke und die Schuhe. Ich bin voll unsicher. Die waren alle schon weg die mir sonst sagen ob es gut aussieht. Ach Mensch, ich bin so unsicher.“ Also ich persönlich habe schon schlimmeres gesehen. UggBoots mit Glitzer zum Beispiel.

Update Rückfahrt

Und wieder sitze ich im dunklen Bus nach Hause.

Zitat des Tages: „Dat Kockorona geht mir auf die Nerven. Dauernd kricht ma watt in die Nas‘ gesteckt!“ Die Dame war wenig erfreut als mich mit dem Ansinnen eines Rachen-Nasen-Abstriches an sie herantrat. Auch die Aussicht dann vielleicht schon bald ihr Zimmer wieder verlassen zu dürfen weil die Isolierung nach Krankenhaus früher beendet werden kann war nicht wirklich verlockend. „Dann bleib‘ ich lieber für immer im Zimmer und geh‘ ab und zu heimlich raus. So wie jetzt auch!“ Gut zu wissen, ich behalte die entsprechende Tür mal im Auge. Der nächste Kandidat hat mit Stäbchen drin erstmal den Mund zugemacht, entschloss sich dann aber laut um Hilfe zu rufen und zu verkünden „Meine Nase kriegst du nicht!“ Kockorona ist echt blöd, aber wenigstens hat keiner während des Abstrichs geniest.

Jetzt hat jemand drauf beharrt mit diesem Bus mitzufahren obwohl hinter uns ein Bus kommt der an sein eigentliches Ziel fährt. „Ich steig‘ dann irgendwo aus und geh‘ den Rest zu Fuß.“ Das ist die Steigerung von „Können Sie nicht ausnahmsweise an der Brücke anhalten?“ und „Warum fahren Sie eigentlich nicht nach XY?“ In einem Trierer Stadtbus wollte echt mal jemand mit dem Fahrer diskutieren warum er nicht einfach geradeaus fährt, das wäre doch ein viel besserer Weg. („Wissen Sie, ich kenne mich hier aus!“)

A propos Stadtbus: Laut der Lokalnachrichten gab es heute vormittag einen Feuerwehreinsatz wegen Rauchentwicklung in einem Stadtbus. Direkt vor der Porta Nigra. Was wäre ich da gerne dabei gewesen!

Was freue ich mich drauf, die Strecke irgendwann wieder im Sonnenschein zu fahren. Von ohne Mundschutz wage ich ja gar nicht zu träumen.

Bei Buzzfeed: Dinge die Leute sehr lange geglaubt haben obwohl es Blödsinn ist. Besonders schön: Der Glaube an einen Gewürzgurkenbaum. Ich habe jahrelang geglaubt dass Schallplatten jedesmal ein bisschen leiser werden wenn man sie abspielt und irgendwann hört man nichts mehr. Dabei wollte jemand aus dem engsten Familienkreis nur nicht ständig das Märchen „Der Schweinehirt“ hören. Derselbe Mensch liess mich auch glauben, das Auf und Ab der Strecke zum Tanken nach Luxemburg liege an den gebrochenen Stützpfeilern unter dem Strassenbelag. Kein Wunder dass ich jahrelang glaubte im Krankenhaus verwechselt worden zu sein…

„Was wollen Sie denn in der Arena Trier? Da ist doch gar nix los!“

Der verstorbene Kameramann Gernot Roll war „ein ehemaliger DDR-Bürger“. Irgendwie klingt das seltsam.

Der Fahrer des Gegenbusses ist gerade fast aus seinem Fensterchen gefallen weil er ein wenig Konversation mit unserer Fahrerin treiben wollte. Das wäre auch was Schönes für die Lokalnachrichten gewesen. „Wollte nur Hallo sagen und landete im Krankenhaus“.

Dieser Teil der Strecke (mit sehr vielen gebrochenen Stützpfeilern) zieht sich immer enorm. Und man kann doch wirklich Bescheid sagen bevor man unvermittelt das Licht anmacht!

„Ich hab‘ doch gesagt es sind zehn Cent. Aber du wolltest es ja nicht glauben.“ (Die Diskussion dauert noch an).

Der Bus gen Süden riecht nach Heizöl. Und zwei Personen müssen zwei Fahrscheine kaufen, was gerade zu Verwirrung führt. Vor uns ist der Fahrer noch draussen unterwegs, weshalb der Rest auch nicht losfahren kann. Jetzt sind wir schon am Marxen Karl seinem Haus. Und der nervigste Mensch der Welt ist eingestiegen. Ich stelle mich mal kurz tot. Gott sei Dank hat sie jemanden dabei. Da fällt mir ein-schon lange nicht mehr „Hessi James“ von Badesalz gehört.

Nööööt. Unerkanntes Entkommen gelungen.

Sollte ich jemals auf der Strasse gesehen werden wie ich fremde Hunde abknutsche und von meinen fünfzehn Katzen erzähle darf gerne zu drastischen Mitteln gegriffen werden. Lasst es wie ein Unfall aussehen…

Verschenken war gestern

Hier ein nicht ganz aktuelles Bild zum hottest trend in town an fifty miles around. Im Zuge des angesagten Minimalismus wird verscht was das Zeug hält. Sparkt keinen joy? Ab in die Verschenkiste!

Heute morgen am Steuer: Ein besonders kommunikativer Fahrer den ich schon von Nachmittags kenne. Er hat schon bei der Einfahrt in den Hauptbahnhof telefoniert. Irgendwas wird mit Nachdruck erklärt. Worum es wohl geht? Und wer um alles in der Welt ist morgens um diese Uhrzeit schon bereit es sich anzuhören?

Ich bin komischerweise gar nicht so müde wie sonst, was mich irgendwie irritiert. Ohrenweh ist auch weg. Der Tag kann also nur gut werden…

Es zieht von irgendwo ganz fürchterlich. Das ist gar nicht schön. Die ersten Schüler sind da und spielen eine Runde Beleidigungsfechten. Was waren das Zeiten als das Schreckgespenst HÜ durch die morgendlichen Gedanken gegeistert ist.

Natürlich regnet es jetzt. In Kombination mit dem Nebel richtig gemütlich. Warum rollt hier eigentlich jeden Morgen mindestens eine Trinkflasche über die Haltestelle? Und sind riesige weisse Turnschuhe mit glitzernden Sohlen etwas das man haben muss?

In diesem Bus hat jemand Salami gegessen. Und ich kann den Mund-Nase-Bedeckung Text inzwischen mitsprechen…

Update Rückfahrt

Und schon befinde ich mich wieder auf dem Heimweg. Die Fahrerin hat mich gerade bedauert weil ich so einen langen Heimweg habe. Trotzdem macht sie kein Licht an…

Eben an der Haltestelle war es ein wenig seltsam um es mal vorsichtig auszudrücken. Ein Pärchen diskutierte lang und breit darüber ob sie nicht mal wieder poppen sollen. Wenn man so lange darüber diskutieren muss stellen sich im Hinblick auf die Beziehung noch ganz andere Fragen. Und dann hat noch jemand in die Hecke gepinkelt, der Gott sei Dank in den anderen Bus gestiegen ist. Es war der mit dem ich gekommen war auf der Fahrt zurück. Trotzdem fragte der Fahrer vorsichtshalber „Fahrense mit?“ Ja gerne, ich gucke auf der Arbeit dann nochmal nach ob ich den Stuhl ordentlich an den Tisch geschoben habe.

Hugh Grant hatte Corona und der Verlust des Geruchssinns weckte in ihm den Wunsch an fremder Leute Achselhöhlen zu schnuppern. Auch wieder ein Ticken mehr Information als ich benötigt hätte.

Im Gegenbus habense Licht. Da läuft bestimmt auch das Radio. Oder ein slawisches Telefongespräch. Naja, man kann nicht alles haben. Wenigstens piepst es hier recht viel.

Bei Buzzfeed (auch so eine App die einem zu sehr seltsamen Einblicken ins Universum verhilft) wird behauptet „Ready Steady Cook“ sei die beste Kochshow aller Zeiten. Nein, das war „Can’t cook-won’t cook“. Hier wurden Kochmuffel gezwungen vor laufender Kamera zu kochen. Mit sehr interessanten Ergebnissen, ich erinnere mich besonders an eine Pizza Calzone. Bei „Ready Stady Cook“ wo aus fünf vorher unbekannten, von den Zuschauern mitgebrachten Zutaten ein Gericht entstehen sollte hat mal jemand einen Auflauf mit Minzbonbonkruste gemacht. Engländer halt. Die beste englische Show war dann aber „Supermarket Sweep“. Paare traten in einem Supermarkt gegeneinander an. Einmal den Wagen in kürzester Zeit so teuer wie möglich befüllen, dann möglichst genau an einen vorgegebenen Betrag rankommen und dann bestimmte Waren finden die irgendwo versteckt waren wo sie nicht hingehörten. Total bekloppt, aber immer wieder schön!

Welche Sprache wird da hinter mir gesprochen? Es könnte mit viel Fantasie Englisch sein…

Jetzt könnten wir dann auch mal weiter fahren. Ich habe Hunger.

Vor einem der Autohäuser hier steht ein Plakat wo sich die Mitarbeiter bei allen bedanken die in der Pandemie systemrelevant weiterarbeiten und die Dinge am Laufen halten. Was bleibt uns Systemrelevanten auch anderes übrig?

Ich merke gerade dass ich meinen „Stift für Hygienehelden“ noch in der Hosentasche hatte. Eigentlich ein idealer Stift für Vandalismus weil alkoholbeständig und nur sehr schwer zu entfernen. Aber das würde ich natürlich nie zum Nachteil der Moselbahn ausnutzen. Obwohl ich mir ja schon mal überlegt habe an meinem üblichen Sitzplatz irgendeine Form der Markierung anzubringen weil mich mal interessieren würde wie oft es derselbe Bus ist.

Dieser hier der mich gen Süden bringt riecht sehr weihnachtlich nach Lebkuchen. Und der Busfunk sucht schon wieder einen Bus, die gehen erschreckend schnell verloren. Heute fahren wir schön brav in der Reihe wie sich das gehört. „Was hältst du davon?….Gar nix, hab‘ ich mir gedacht. Tschüss.“

Und Nööööt für heute…

Current mood

Hier ein Ausdruck meiner momentanen Grundstimmung…

Phil Collins fühlt etwas in der Luft kommen heute Nacht und ich bin mal wieder unterwegs. Mit dem Fahrer wie fast immer.

Madame Tussauds hat die Wachsfigur von Donald Trump in Golfklamotten gesteckt. Das ist ja mal so gar nicht subtil. Irgendwann schaffe ich es auch mal zu Madame Tussauds, bisher hat mich immer die enorme Warteschlange abgeschreckt. Und die Angst in eben dieser Schlange auf Landsleute zu treffen die spontanes Verleugnen der Nationalität verursachen. An ihren Funktionsjacken sollt Ihr sie erkennen. Und-der ultimative Beweis-die Aussprache des guten alten Leicester Square. Generell sind solche Warteschlangen ein Ort der seltsamen Begebenheiten. Ich erinnere mich an eine junge Amerikanerin in der Warteschlange zum Anne-Frank-Haus in Amsterdam. Sie sorgte für einiges Kopfschütteln als sie ein „Free WiFi“ Schild in der Nähe mit den Worten „It’s terrible what happened to Anne Frank, but at least she had free WiFi!“ kommentierte.

So, Tür auf, Zigarette an. Und, sehr vorbildlich, eine Begrüssung per Ellenbogen des anderen Fahrers. Der ununterbrochen redet und anscheinend aufregendes erlebt hat.

Ich bin soooo müde. Warum ist erst Dienstag? Warum ist es nicht zwei Wochen später? Dann hätte ich Urlaub. Warum ist es draussen dunkel? Warum habe ich nicht reich geheiratet und muss arbeiten gehen? Warum ist das Radio jetzt aus? Warum stehen wir jetzt hier und nicht da wo sonst immer? Warum soviel Warum?

Gestern abend habe ich eine Doku über junge Juden in Deutschland gesehen. Sehr interessant. Und es fiel der wunderbare Satz „Jüdische Feiertage, das ist im Prinzip ‚Jemand wollte uns vernichten, lass‘ uns was essen „. Der Spielfilm vorher war ein bisschen arg bemüht und hat mal wieder gezeigt wie schwer sich immer noch mit dem Thema Antisemitismus getan wird. Der zweifelsohne auch 82 Jahre nachdem die Synagogen brannten noch vorhanden ist. Solange ich lebe werde ich von den Überlebenden erzählen die ich gepflegt habe. Von der Ungarin die als einzige ihrer Familie überlebt hat. Von der Frau mit der Nummer am Arm. Von dem Mann der als junger britischer Soldat in Neuengamme stand. Von der Frau die miterlebt hat wie alle Männer älter als 15 aus dem polnischen Dorf in den Wald getrieben wurden und nicht mehr zurück kamen. Von der Frau die sich nicht duschen liess weil man nie weiss ob wirklich Wasser aus dem Duschkopf kommt.

So, jetzt hoffe ich mal dass mein nächster Bus heute etwas früher kommt und freue mich auf einen wunderbaren Arbeitstag! Das Vortäuschen guter Laune gelingt mir hoffentlich.

Update Rückfahrt

Und da bin ich auch schon wieder auf dem Heimweg. Mit der Fahrerin von gestern die doch tatsächlich gefragt hat ob die Beleuchtung so in Ordnung ist…

Ab morgen darf ich endlich Weihnachtssüssigkeiten essen. Denn eine eherne Regel meines Stammes besagt „Nichts Weihnachtliches vor St Martin!“ Da halte ich mich immer noch dran. So wie an die Karfteitagsregeln, das Anschauen von mindestens einmal Nachrichten am Tag und „Kein Mittagessen im Schlafanzug“. Es würde kein Mensch merken wenn es anders wäre, aber ich rechne bei Nichtbeachtung mit Blitz und Donner. Denn „So will es der Brauch“ wie wir zu sagen pflegen.

Im Gegenbus ist alles okay. Na Gott sei Dank, wer auch immer ihn fährt.

Kurzes Zusammenzucken bei der Überschrift „Lidl ruft Snacks zurück“. Aber es handelt sich um etwas das kein Pflanzenschutzmittel braucht um von mir nicht gegessen zu werden.

Jetzt ist unser Besen umgefallen und hat für Aufruhr gesorgt. Aber so wurde von der Tatsache abgelenkt dass promiflash immer die Videos direkt abspielt. Pietro Lombardi wäre vielleicht heute Chefarzt wenn er nicht zu DSDS gegangen wäre. Ja, ich wäre vielleicht heute Astronautin wenn ich nicht in die Pflege gegangen wäre…

„Gott, ist das eine langweilige Fahrt hier“ sprach soeben die Fahrerin. Vielleicht sollte sie mal jemanden anrufen?!

Dana Scully wird in „The Crown“ zu Maggie Thatcher. Was ich vielleicht irgendwann mal sehen werde wenn ich die dritte Staffel zu Ende gebracht habe. Ich bin gespannt auf den Akzent.

Ohrenschmerzen sind ja auch so eine Sache die niemand braucht. Wenn es wenigstens ein Tinnitus wäre, damit kann man Eindruck machen und bei Twitter drüber schwadronieren. Aber doch nicht dieses böde Aua als wäre man ein Kleinkind.

Der ehemalige Dschungelkönig hat übrigens über seine Veränderung gesprochen. Er möchte ab sofort mit einem Magic Morning in den Tag starten. Weil es ihn furchtbar stört dass er nach dem Klingeln des Weckers immer noch eine Stunde im Bett verweilt. Nun, ein Kleingeist könnte anmerken dass der Wecker in diesem Fall eine gewisse Redundanz zeigt. Und bei diesem Morninggedöns habe ich ja immer starke, gesunde und mit Energie gefüllte Bilder vor Augen. Anderes Dschungelcamp, andere Nervtröten. Jedenfalls hat man ja dann eine ganz andere Energie die man seiner Familie geben kann. Seine Frau kämpft indes mit ihren „Mama-Spuren“. Das ist allerdings nichts im Vergleich zu dem zahnenden Hund einer mir unbekannten Internetberühmtheit. Und den regelmäßig zu erneuernden Nippeln von Patricia Blanco.

Himmel, es wird echt Zeit dass ich nach Hause komme. Da muss ich dann gleich mal ein bisschen Ovid im Original lesen…

Hurra, Hurra die Tütenfrau ist wieder da! Und der Fahrer der immer in der Tür steht. Dann geht es gleich an der Porta schnell, er schert ja immer einfach aus und drängelt sich lächelnd nach rechts winkend vor. Jawoll, ERSTER!

Und jetzt macht es auch schön Nööööt für mich.