„Ich werde das klären“

Weil ich heute etwas früher anfangen muss hatte ich Gelegenheit mal wieder meinen Lieblingsbusfahrer zu treffen. Die gewählte Verbindung beinhaltet einen kleinen Umweg. Und besagter Herr ist überzeugt davon dass ich dafür extra bezahlen muss. Dem ist nicht so-ich habe das extra abgeklärt nachdem er mich einmal nicht mitnehmen wollte ohne dass ich nachzahle. Heute durfte ich umsonst mitfahren, wurde aber informiert dass er das an höherer Stelle klären wird. Es geht ja nun wirklich nicht dass ich mir manchmal Fahrten in seinem Bus erschleiche. „Andere Leute zahlen viel mehr dafür, das muss doch mal jemand einsehen“.

Neben der Absurdität der Situation an sich fasziniert mich besonders der Umstand dass um diese Uhrzeit anscheinend immer nur ein und derselbe Busfahrer unterwegs ist. Bei meinem anderen Bus wechseln sich ja unter anderem Gangsta Rapper, Sonnyboy und Grundsätzlich-zu- spät- Abfahrer ab. Und ich bin versucht ihm beim Aussteigen zu sagen dass ich für seinen äußerst schlechten Fahrstil sicher nicht extra bezahlen würde. Ich möchte mir das Krachen des Getriebes nicht ausmalen wenn er selber schalten müsste. Aber vielleicht fährt er nur so grottig wenn ich im Bus sitze. Strafe für das Erschleichen von Leistungen muss sein!

So, ich habe meinen Freund grusslos verlassen und sitze im Anschlussbus. Für den habe ich auch bezahlt, weshalb der Fsahrer wohl auch einen moderaten Fahrstil pflegt.

Ich freue mich schon wie Bolle auf die Arbeit. Heute wird mir nämlich die Ehre zuteil, einen der Wohnbereiche mit Frühstück zu versorgen. Ich hoffe der Wagen kommt rechtzeitig aus der Küche, sonst drohen apokalyptische Zustände. Denn bekanntlich haben Bewohner eines Seniorenzentrums enormen Termindruck der keine Verzögerungen im Ablauf zulässt. Anfang der Woche hörte ich beim Passieren des Speisesaals den schönen Satz „Da habe ich mir extra eine ordentliche Hose angezogen wie die Schwester gesagt hat und jetzt gibt es noch nicht mal Kaffee!“

Wenigstens habe ich so eine Entschuldigung für die Nichtteilnahme am sogenannten Blitz. Eigentlich dient diese Frühbesprechung nur dem kurzem Austausch über wichtige Informationen. Es artet aber gerne mal in mehr oder weniger zielführende Diskussionen aus. „Butter im Kühlschrank“ und „Wiedereinschalten der Gastherme“ sollen hier als Stichworte genügen. Nicht zu vergessen der Küchenchef der sich jeden Morgen aufregt weil die Mitarbeiter die Mittagessen bestellen wollen den Speiseplan nicht gelesen haben. „Ich mache gerne mal eine Führung durchs Haus und zeige nochmal wo überall Pläne hängen!“ Von ihm kommt auch jeden Morgen der Hinweis „Am Monatsende wird abgerechnet, ich führe Buch wer wann gegessen hat“.

Jetzt habe ich gleich mein Ziel erreicht. Bald mehr in diesem Theater.

Update Rückfahrt

Heissasa, das Wochenende naht. Es trennt mich nur noch eine Fahrt mit Mr Cool (orange Sonnenbrille, lässige Haltung im Fahrersitz und ein freundliches Hallo in Richtung meiner Oberweite) von meinem Zuhause.

Mein bevorzugter Platz wurde von den von mir beim Einsteigen vorgelassenen Damen besetzt. Das hat man also von seinem guten Sozialverhalten. Hier sabbert mir jetzt ein Hund ans Bein. Momentan keine Fahrradhelme sichtbar, nur ein Strohhütchen. Interessanterweise getragen von einem Mann dessen Kopf etwas zu gross dafür ist. War es eigentlich jemals witzig die Sonnenbrille am Hinterkopf zu tragen?

Leider erlauben meine supercoolen Blauzahnkopfhörer mir nicht, das Gespräch der beiden bereits erwähnten Damen zu hören. Ich sehe nur ausladende Gesten und heftiges Kopfnicken. Kurz mal Jarvis Cocker zum Schweigen gebracht und die Öhrchen gelüftet. Tote Omas und Opas also. Habe ich auch, interessiert mich bei fremden Leuten aber nicht.

Da beobachte ich lieber ein bisschen Mr Cool über den Spiegel. Auf das Fahrscheinausdruckding trommeln und mit dem Coronaschutz rumspielen im Wechsel. Sonnenbrille auf den Kopf und wieder auf die Nase. Ab und zu-so wie jetzt- werden beide Hände am Steuer gebraucht.

Toll, jetzt fällt mir ein dass ich den Kasack den ich heute morgen beim Frühstückkredenzen anhatte in der Schublade im Büro liegen gelassen habe Habe ich eigentlich das Fenster zugemacht? Ist die Tür abgesperrt? Und habe ich in der Küche alle Listen ausgefüllt deren korrekte Führung ich immer anmahne? Die Antwort auf diese Fragen muss bis Montag warten.

Ja, Mr Cool, ist ja gut. Ich habe nur einen Schluck getrunken, der Mundschutz ist wieder oben. Schon allein deshalb weil dann niemand sieht das ich die ganze Zeit mitsinge was aus meinen Kopfhörern quillt. Gerade bin ich dank Razorlight eine Geisel der Liebe. Und jetzt geht es um Love and Pride. Ich sehe Paul King förmlich vor mir, in einem grünen Anzug seltsame Bewegungen vollführend. Diese Spotify-Playlist namens Daily Drive ist toll. Die Musik wird immer neu zusammen gestellt und dazwischen gibt es die neusten Nachrichten.

„I can dream, I can dream that I’m someone else. I can love, I can love someone else.“ Skin von Skunk Anansie ist ja ausgesprochen sexy…

Und Brian Molko träfe ich auch gerne mal am bitteren Ende. Ich kenne übrigens jemanden der auf derselben Schule war wie er. Was ist mein Leben doch glamourös…

Den ist vorerst nichts mehr hinzuzufügen. Demnächst mehr.

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