„Sie können stecken lassen“

Weil heute und morgen Küchenkontrollen beim Frühstück anstehen muss ich wieder früher anfangen. Und das bedeutet eine Fahrt mit meinem guten Freund. Hat der eigentlich nie frei? Auch heute morgen hat er meine Erwartungen nicht enttäuscht. „Sie können stecken lassen. Ich sehe keinen Sinn darin ungültige Fahrscheine zu kontrollieren“. Hartnäckig ist er, das muss man ihm lassen…

Ob ein Lied wie „Fata Morgana“ von der Ersten Allgemeinen Verunsicherung (auch auf verschlungenen Wegen auf die playlist gekommen) heute noch als politisch korrekt durchgehen würde? Wohl eher nicht. Aber es ist immer noch witzig und erinnert mich Geburtstagsfeiern in den Achtzigern wo eine Gruppe Mädels textsicher mitsang und sich fast erwachsen vorkam. Party mit Musik außerhalb von Goldis grosser Hitparade. Höhepunkt war immer das Auflegen einer Dschingis Khan Platte. Das war kurz bevor der Soundtrack von Dirty Dancing alles dominierte. Da konnten wir dann auch schon Englisch. Und ich erinnere mich wie ich mit einer Freundin in meinem Kinderzimmer sass und mit roten Ohren „Nach uns die Sintflut“ von den Ärzten hörte. Panisches Ausschalten des Plattenspielers beim Klingeln des Telefons in der Diele vor dem Zimmer. Was ist das lange her dieses Leben ohne Handy mit Plattenspieler, Kassettenrekorder und Schnurtelefon. Der wesentlich ältere Bruder einer Schulfreundin hatte schon einen Computer und war immer sehr besorgt um seine Floppy Discs. Worunter wir uns nicht wirklich etwas vorstellen konnten…

Gibt es ein Leben ohne „Keeping up with the Kardashians“? Bald müssen wir es herausfinden. Gerade höre ich einen Bericht wo die highlights der Serie nochmal beleuchtet werden. Es fehlt ganz eindeutig Khloes zeitweise Kaffeesucht die sie zwingt mitten in der Nacht auf einem Moped(!) einen Kaffeeladen anzusteuern der ihr bevorzugtes Getränk verkauft. Und ich wüsste ja zu gerne wie die Leute aussehen die die voice-over sprechen. Das klingt immer sehr seltsam und trägt massgeblich zum Unterhaltungswert bei.

Ach guck an, der erste Vollernter ist schon unterwegs um Trauben zu lesen. Sowas kannte ich bisher gar nicht-ich komme aus einer Gegend mit extremen Steilhängen die den Einsatz von Maschinen nahezu unmöglich machen. Da macht das Lesen auch echt Spaß, wenn der volle Eimer den Hang runtekullert und die klammen Finger weh tun. Und immer auf guten Stand achten kann ich nur sagen.

Jetzt bin ich schon fast am Ziel. Bald mehr in diesem Theater.

Update Rückfahrt

Ich.bin.müde. Sehr. Und irgendwie ein wenig quengelig. Das ist nicht schön, geht aber auch wieder vorbei.

Heute durfte ich erleben wie skurill eine Fortbildung in Zeiten von Corona sein kann. Eintritt ins Bistro nur mit Mundschutz (wer hatte seinen natürlich auf dem Schreibtisch vergessen?!) und alle Stühle im gebührenden Abstand aufgebaut. Und wie das so ist wenn man ein paar Jahre als Fachkraft hinter sich hat-wirklich neu war der Inhalt nicht. Ich freue mich schon wenn ich meine erste Hygienefortbildung leite-das Thema teilt sich ja auf der Beliebtheitsliste die hinteren Ränge mit Brandschutz und Umgang mit Gefahrstoffen. Bei letzterem ist besonders der Abschnitt „Umgang mit Feuerwerkskörpern“ enorm wichtig. In einem Arbeitsfeld wo noch nicht mal Kerzen erlaubt sind.

Gibt es in den Schulen eigentlich immer noch die Belehrung über das Verhalten bei Munitionsfunden zu Beginn des Schuljahrs? Wenn ja, dann ist die Generation Lehrer nicht mehr da die eindrucksvoll erzählen konnten wie jemand beim Spielen im Westwallbunker einen Arm verloren hat. („Sowas wollt Ihr nicht sehen müssen, Leute!“) Und die Brandschutzübungen in der Schule waren im Vergleich zu denen im Berufsleben auch irgendwie cooler. Durcheinander auf dem Schulhof („Hallo, wo ist mein Erdkundekurs abgeblieben?“), suboptimal geparkte Autos („Im Ernstfall hätte die Feuerwehr das Ding plattgemacht“) und komplettes Ignorieren der Alarmklingel in der Bibliothek („Glückwunsch, Sie sind alle verbrannt!“). Heute guckt man immer denselben Film wo innerhalb kürzester Zeit ein Wohnzimmer in Flammen steht und löscht im Hof ein kleines Feuer. Und immer kommt eine Geschichte in der ein Adventskranz oder ein Weihnachtsbaum eine entscheidende ungute Rolle spielen…

Wir stehen mal wieder rum. Der Fahrer telefoniert draussen, anscheinend Nichtraucher. Und weiter geht’s. Könnte man eventuell noch die hintere Tür schliessen? Danke!

Was freue ich mich auf meine Couch. Sie ist nicht mehr fern…

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