Monday Monday

So, heute mal wieder ein packender Bericht aus dem durch die herbstliche Dunkelheit rollenden Bus.

Nach einem erschreckend unproduktiven Wochenende (es ist ja nicht so dass ich demnächst wieder zwei Klausuren schreibe) bin ich davon überzeugt dass in meinem Fernseher ein Dämon wohnt. Er verhindert das Ausschalten und sorgt für das Anschauen höchst fragwürdigen Inhalts. Ich habe mir jetzt jedenfalls eine fernsehlose Woche verordnet.

Am Bahnhof hängt das Fahndungsplakat mit dem Wirecard-Typen. Es ist nicht annähernd so gruselig wie die RAF-Plakate früher. „Von Schuswaffen wird rücksichtslos Gebrauch gemacht“. Allerdings habe ich mich schon damals gefragt warum diese Typen mit den teilweise seltsamen Namen ausgerechnet in meiner verschlafenen Heimatstadt das Postamt aufsuchen sollten. Oder die Sparkasse, wo man schon Wochen vor dem Urlaub die Fremdwährung bestellen musste. Heute unvorstellbar, Frankreich liegt praktisch vor der Haustür und man musste französische Francs vorbestellen. Unvergessen auch die Kontrollen an der Grenze-ich erinnere mich daran hinten im Auto auf Kaffepäckchen und Zigarettenstangen sitzend und Schlaf vortäuschend die Grenze zu Luxemburg passiert zu haben. („Geschafft, ihr dürft wieder wach sein“). Und einmal musste ich auf einer Bank an der Grenze auf einen tankenden Bekannten warten weil ich keinen Ausweis dabei hatte. Irgendwann waren dann alle Schilder mit „Zollgrenzbezirk“ weg. Und noch etwas später entfiel dann auch das lästige Umrechnen.

1980 ist jetzt auch schon vierzig Jahre her. Seufz. Es dürfte nicht viel später gewesen sein als ich den ersten Walkman sah. Bei einem französischen Soldaten (auch die sind inzwischen verschwunden). Ich erinnere mich ermahnt worden zu sein den Mann nicht so anzustarren. Die Ermahnung bezog sich auf seine Hautfarbe, dabei war die mir völlig egal. Ich kannte Kopfhörer bisher nur aus dem heimischen Wohnzimmer, in Zusammenhang mit dem „da gehst du nur mit einem von uns dran“ Plattenspieler.

So, genug nostalgische Sentimentalität. Gerade habe ich herausgefunden dass Bergkarabach und Nagornikarabach ein und dieselbe unruhige ehemalige Sowjetrepublik sind. Und besteht da ein Zusammenhang mit dem Grafen von Karabach aus dem Gestiefelten Kater? Oder hieß der anders? Ich dachte ja auch jahrelang das Zauberwort aus Kalif Storch wäre Montabaur.

So, jetzt noch ein bisschen Buch. Bis später.

Update Rückfahrt

Wie man an dem Shoefie oben sehen kann trage ich heute zum ersten Mal wieder Stiefelchen. Denn es ist Herbst geworden, da gibt es kein Vertun. Es regnet sogar gerade.

Den heutigen Arbeitstag habe ich größtenteils am Telefon verbracht, in der Warteschleife der IT. Da ich die Örtlichkeit gewechselt habe musste der Computer dort meinen Bedürfnissen (Internet, e-mail etc.) angepasst werden. Ich hatte in der irrigen Hoffnung es wäre dann heute schon erledigt bereits am Freitag ein Ticket mit meiner Bitte erstellt. Weit gefehlt-man brauchte eine Bestätigung dass ich die PC-Umstellung wirklich wünsche. „Oder handelt es sich um ein Versehen Ihrerseits?“ Natürlich, ich schreibe tagtäglich versehentlich Tickets! Irgendwann rief mich dann ein netter junger Mann zurück, übernahm die Herrschaft über meinen Computer und richtete alles ein. Fernwartung hat ja ein bisschen was beängstigendes, ich mache mir allerdings auch keine Illusionen dass die IT die in der Rahmenvereinbarung beschriebenen „Stichproben des regelkonfomen Nutzerverhaltens“ wirklich durchführt. Bestimmt superspannend was da so an mails und Suchanfragen zum Vorschein kommt. Ich nutze beispielsweise aus Denkfaulheit eine Seite bei der ich mir ausrechnen lasse wann in 28 Tagen ist. Das brauche ich für gewöhnlich ein paar Mal am Tag. Oder meine extrem spannende Recherche zur Haltbarkeit von Handseife…

„Can’t you see this is a land of confusion?“ Eines der besten Videos aller Zeiten. Spitting Image at its best. Zu meiner Londoner Zeit gab es da nur noch den vergleichsweise langweiligen John Major. Der mir in realiter besonders mit einer packenden Ansprache im Gedächtnis geblieben ist nachdem „more than two inches of snow“ den Londonder Verkehr komplett lahmgelegt hatten.

Mr Cool winkte gerade aus dem Gegenbus. Heute ohne Sonnenbrille.

Ich habe ganz schlimm Hunger. Selbstverschuldetes Elend, ich fand den Speiseplan heute nicht verlockend genug und nagte nur an ein paar mitgebrachten Reiswaffeln. Mit Schokolade natürlich…

Der Busfahrer telefoniert und ich frage mich was für ein bizzarer Dialekt das wohl ist. Vermutlich irgendwo aus der Eifel. Da wo der Mond noch mit Stangen verschoben wird. Netterweise hat er bei seiner Rauchpause nicht alle Türen aufgerissen. Und da es kein Elektrobus ist kann auch geheizt werden. (Schönen Gruß an die Stadtwerke).

Die streiken morgen. Es fährt kein Bus von denen. Leider konnte ich bis jetzt nicht herausfinden ob meine Moselbahn auch streikt. Ist ja nicht ganz unwichtig zu wissen…

Spätestens morgen früh bin ich schlauer. Irgendwie werde ich schon an meinen neu eingerichteten PC kommen…

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