The wheels on the bus go round and round

Heute erstmal ein Foto von gestern Abend als ich auf meinen Zug gen Süden wartete. Ein Getränk von der Sorte „Erster Schluck gigantisch toll, danach steil abfallende Kurve“.

Immer wieder schön wenn die Dame in meinen Kopfhörern verkündet „ready to pair“ zu sein. I feel you, Computerstimme. Wobei ich für sowas momentan ja überhaupt keine Zeit habe. Und die AnwärterInnen stehen nicht gerade Schlange. Ist wahrscheinlich auch besser so.

Momentan trage ich mich mit dem Gedanken näher an meine Arbeitsstelle zu ziehen. Aber die Vorstellung eines Umzugs schreckt mich noch zu sehr ab. Alleine meine gefühlte Million Bücher. Man wird sehen. Wie so oft bei mir im Leben kommt wahrscheinlich irgendwann der Punkt wo es plötzlich ganz schnell geht und alles passt.

Muss ich mir Sorgen machen? Die Polizei hat gerade am üblichen „zu früh an“ Punkt den Busfahrer kontrolliert. Jetzt sind sie wieder weg und er raucht erstmal eine und redet mit dem hinter uns stehenden Kollegen den die Neugier trotz Nieselregen aus dem Fahrzeug getrieben hat. Er wird ja wohl eine gültige Fahrerlaubnis haben??!!

Gut, keine „Verspätung wegen Verhaftung Fahrer und warten auf Ersatz“. Wäre aber mal was anderes als „Blechschaden“ und „kurzfristige Erkrankung Fahrer“. Stelle ich mir beides aber auch spannend vor, letzteres beonders wenn er schon losgefahren war. Ich habe erst einmal einen Blechschaden am Bus mitbekommen, da gab es eine Kollision Autotür-Bus. Und es sah zeitweise schwer nach „kurzfristige Erkrankung Fahrer“ aus. Und die Fahrt mit der kaputten Tür hinten-„wenn ich sie wieder zu kriege können wir weiterfahren und Sie steigen alle vorne aus“. Er hat sie nicht mehr zu gekriegt…

Hurra, die ersten Schüler. Jetzt kommt Leben in die Bude. Kra-haisch!!!

Update Rückfahrt

Ab welchem Alter fängt man als Mädchen eigentlich an in diesem leicht genervten Tonfall mit und über *Augenroll*Jung-ähn zu reden? Manche legen das ja nie ganz ab. Es gibt frühe Tendenzen, wie meine vierjährige Nichte in der Interaktion mit ihrem Zwillingsbruder verdeutlicht. Eben hörte ich im Bus ein genervtes „Jetzt musste ich wegen di-hir mein Bei-hein bewegen, echt jetzt!“

Am Steuer wieder der Herr mit der schönen Frisur die ich heute wegen Variation des Sitzplatzes leider nicht so gut sehe.

Heute gab es ein Mittagessen für die Mitarbeiter. Gulaschsuppe, Kürbissuppe, Zwiebelkuchen. Und als highlight Federweisser. Sagen wir mal so-hätte ich Zwiebelkuchen und Federweissen genossen hätte ich heute keine Busfahrt mehr antreten können. Ich erinnere mich auch eindrücklich an einen Nachtdienst nach einem Herbstfest in der Einrichtung mit eben dieser Kombination im Angebot. Halleluja, mir braucht keiner was von „Irgendwann riecht man das nicht mehr“ zu erzählen…

Ich glaube hier in der Gegend gibt es mehr Traktoren als Menschen. Was genau betrachtet keinen Sinn macht.

Ich bin heute so elend müde, das nervt mich.

Ein Fitnesstudio mitten im Nirgendwo. Irgendwie faszinierend. Besonders weil es riesige Fenster hat und keine Fragen offen lässt. Hier geht also die Dorfjugend trainieren um am Wochenende die Chicks in der Großstadt zu beeindrucken wenn sie mit ihren sorgfältig gehegten Autos mit dreibuchstabigem Nummernschild angedüst kommen.

Gelbes Nummernschild vor uns. Von der Fahrweise könnte es ein Niederländer sein, ist aber ein Luxemburger. Coronabedingt ist dieses Jahr die Holländerschwemme ausgeblieben. Trotzdem wird mindestens einem Einwohner meiner Geburtsstadt in einer bestimmten Einbahnstraße ein verwirrt dreinblickender Fahrer mit gelbem Nummernschild entgegen gekommen sein. Und garantiert an dieser engen Stelle.

So, nachdem die Frau die eben noch „ready to pair“ war mir jetzt die ganze Zeit mitgeteilt hat „very low“ zu sein habe ich die Kopfhörer ausgezogen. Leider hat wohl der ganze Bus gehört wie ich Frau Blauzahn angezickt habe. Und jetzt tränt auch noch mein Auge, jetzt denken bestimmt alle ich würde heulen.

Was schreibt der Busfahrer wohl immer so emsig wenn wir an einem „zu früh an“ Punkt stehen?

Ich wünsche mir meine Kopfhörer zurück. Denn leider bin ich jetzt gezwungen ein Telefongespräch mitzuhören das mir die Fremdschamesröte ins Gesicht treibt. Es geht um Geld, andere Frauen und irgendwas vom Wochenende. Leider ist da weder der Akku noch die Stimme very low…

Boah, gerade eingestiegene Mädels: Auch und gerade bei Parfüm ist weniger mehr. Und Eure VWL-Klausur interessiert mich nicht. Ich erzähle hier ja auch nix von meiner letzten Klausur. Empirische Sozialforschung ist übrigens auch „echt voll viel zu lernen gewesen und da kam noch voll viel zu rechnen dran“.

Jetzt gebe ich mich noch ein wenig der Verzweiflung über mein kopfhörerloses Leben hin.

Bis demnächst!

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