Der Schreibtisch in Zeiten des Corona

Hier ein Bild von meinem Schreibtisch auf der Arbeit gestern Nachmittag. Dank des Geschenks einer Bewohnerin habe ich endlich eine Halterung für meinen Mundschutz.

Heute morgen ist der riechbar desinfizierte Bus beleuchtet und Käpt’n Bleifuss gibt mal wieder sein Bestes. Wir werden zweimal sehr lange und zwischendurch öfter kurz anhalten.

Gestern abend im letzten Bus war es dann noch lustig. Eine emotional leicht aufgewühlte Frau verlangte von einem jungen Mann und mir, sich bitte nebeneinander zu setzen damit sie einen Sitzplatz hat. („Oder können Sie Ihre hässlichen Taschen nicht mal auf den Schoss holen??“) Leider mussten beide so Angesprochenen so lachen dass die Kraft nicht für einen Platzwechsel reichte. Miss Emotion nahm dann finster dreinblickend auf einem der Klappsitze Platz und klärte den Rest des Busses über ihre Enttäuschung auf. Ich frage mich ob sie mit der Tütenfrau verwandt ist die immer auf ein und demselben Platz sitzen will und sich echauffiert wenn er besetzt ist…

Um diese Uhrzeit sehen die Gegenbusse wegen der fehlenden Beleuchtung der Fahrerkabine so gruselig fahrerlos aus. Man sieht immer nur die Umrisse des Sitzes. Aber wahrscheinlich wird trotzdem emsig gewunken. Zusätzlich zur obligatorischen Lichthupe.

Heute morgen bin ich erstaunlich wach. Das irritiert mich immer und ich rechne minütlich mit einem Spontankoma. Man wird sehen.

Eine der größten Lügen der Musikgeschichte: „And I swear that I don’t have a gun.“ Ach Kurt, wir wissen es jetzt besser.

Käpt’n Bleifuss ist Nichtraucher. Bleibt einfach sitzen und lässt dankenswerterweise die Türen zu.

„I’m the firestarter…“ Das Video dazu wurde im Tunnel bei meiner Londoner tubestation gedreht. Da bin ich auch mal im Schein einer Taschenlampe durchgelaufen nachdem der Zug im Tunnel steckte und nicht weiterfahren durfte/konnte. Im Tunnel rumstehen ist völlig normal und gehört zum Alltag, es geht aber in den meisten Fällen irgendwann weiter. (Einmal hörte ich das Funkgerät eines Bediensteten im Wagen „Alright, they got the corpse“ quaken. Das war ihm sichtlich unangenehm.) Kurz danach wird es dann überirdisch, was immer ein sicheres Zeichen war die heimatliche Haltestelle wegen Ablenkung durchfahren zu haben. Ich habe sogar mal flirtenderweise vergessen den branch zu wechseln und musste wieder zurück zur Abzweigung in Camden Town fahren. Denn Edgeware ist nicht High Barnet, da kennt die Northern Line kein Pardon.

Auf dieser Strecke mit dem Fahrrad! ohne Licht!! Da hat aber jemand ein paar dringende Fragen ans Schicksal. Oder der Extremurlaub fällt wegen Corona aus.

Das zweite Smileytempomessding was not amused. Bisschen spät dran gedacht?

Jetzt ist meine Haltestelle schon auf der Übersicht sichtbar. (Heute morgen wieder modern). Schön, schön. Nach wie vor fast schon anstrengend wach.

Der Tag kann kommen!! Und eins weiss ich: Vor dem Temperaturmessen suche ich die gekachelten Nebenräume auf!

Update Rückfahrt

Hier eine kleine Impression von der Haltestelle an der ich gerade stehe. Und hoffe dass der Bus den ich gerade schon in die andere Richtung habe fahren sehen zügig wieder zurück kommt. Es ist nämlich verdammt kalt heute.

Der Fahrer von gestern in einem anderen Bus ist dann endlich aufgetaucht. Mir ist immer noch kalt und ich bin schlecht gelaunt. Der Tag hat sich nach dem Mittagessen ganz furchtbar gezogen.

Aber jetzt ist er arbeitstechnisch vorbei. Alles wird gut. Auch wenn momentan ein gerüttelt Mass an Selbstdisziplin nötig ist.

Allem Anschein nach hat Nena sich wohl in den Schwurbelclub gesellt. Passt. Ist aber eigentlich nicht wirklich relevant.

Jetzt stehen wir wieder am roten Bushäuschen das inzwischen so vertraut ist. Es wurde bestimmt wegen seiner Schönheit als erster Haltepunkt auserkoren. Und weil man sich bei schlechtem Wetter beim Telefonieren und Rauchen unterstellen kann.

„Look out of your windows watch the skies…“ New Model Army stimmen mich immer vergnügt. Ich musste gerade an ein Konzert von Ihnen in London denken wo sie die Auflage 51st State nicht zu spielen umgingen indem sie die ersten prägnanten Akkorde spielten und dann das Publikum singen ließen. Justin Sullivapns Grinsen beim Anfeuern war göttlich!

So, zweiter Haltepunkt. Der Fahrer ist zu Besuch am Bus vor uns. Wir werden inzwischen über die neusten Entwicklungen im (Liebes)leben einer gewissen Biggi informiert. Es gibt, man glaubt es kaum, noch langweiligere Leben als meins.

„The power of love“ von Frankie goes to Hollywood ist eines der schönsten Liebeslieder ever. Und wird für immer mit dieser einen Person verknüpft sein wegen der ich mir heute noch anatomisch unmögliche Bisswunden zufügen könnte weil ich sie habe gehen lassen.

Herrje, wie lange kann der Erwerb einer Fahrkarte dauern?? Und dann nur bis zur nächsten Haltestelle mitfahren?! SCHÖNEN ABEND NOCH!!!

Gott sei Dank-wir haben den Norden der Großstadt erreicht. Bald ist es geschafft und ich kann in mein Kopfkissen quengeln. Schlechte Laune ist nicht schön, aber manchmal nicht zu vermeiden. So wie das elende Quietschen der Tür wenn jemand aussteigt…

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