Glück im Glas

Glück im Glas-so leicht geht das. Es gibt sogar verschiedene Sorten…

Ausgeschlafen und mit erheblich besserer Laune sitze ich im Bus und freue mich auf den Tag. Es ist hell, es ist warm, es ist desinfiziert. Was kann da noch schief gehen?

Gerade konnte ich beobachten wie ein Fahrer sich die Wartezeit auf die Abfahrt seines Busses vertrieben hat indem er alle Anzeigen durchgespielt hat. Bei meinem Bus fasziniert mich immer dass er mit „Bleibt gesund“ einfährt und dann mit der Anzeige der Endhaltestelle zum Stehen kommt.

Sich mit dem Drahtbügel des Mundschutzes am Finger zu verletzen soll mir auch erstmal einer nachmachen! (Fragt nicht nach Details). Ich weiss warum ich keine Bügel-BHs trage…

Du weißt dass du in Deutschland bist wenn sich plötzlich aus der Dunkelheit jemand neben dem Mülleimer marterialisiert um dich drauf aufmerksam zu machen dass dir etwas daneben gefallen ist.

„Don’t be surprised if I love you for all that you are“. Also mich überrascht das schon immer wenn es alle Jubeljahre mal vorkommt. Ist ja nicht alles schön im Gesamtpaket.

Als Kontrast jetzt „Sucker love, I always find someone to bruise and leave behind“.

Schön, das weite Feld der Liebe wäre dann auch erschöpfend behandelt…

Wenig überraschend: Kommt gerade nicht so gut sich in einem öffentlichen Verkehrsmittel am Kaugummi zu verschlucken und stark zu husten. Da werden dann auch jetzt mal die Türen aufgemacht während wir zum ersten Mal länger halten…

Wäre es nicht einfacher für den Fahrer einfach auszusteigen statt sich beim Versuch draussen irgendwas anzugucken den Hals zu verrenken? Der Bus vor uns wird auch von einem Nichtraucher gefahren, sonst würde längst einer draussen stehen.

Inzwischen haben wir die Stelle erreicht wo zwischen parkenden Autos navigiert werden muss. Ich warte immer auf dieses unheilverkündende Ratschgeräusch…

Mädel, du kannst die Taschenlampe am Handy ausmachen. Wir haben hier im Gegensatz zu Montag/Dienstag Licht.

„Graue Suppe mit Regenwürze“ wird von meinem Handy als heutiges Wetter vorhergesagt. Momentan ist die Suppe noch schwarz, aber schon gewürzt.

Thank you for blending me with your Lichthupe dearest Gegenbus mit nicht zu sehendem Fahrer!

An der Kreuzung die Wahl zwischen „Alle Richtungen“ und „Ortsmitte“. Präzision at its best.

Nächste Haltestelle „Endlich da“. Es regnet jetzt richtig.

Update Rückfahrt

Ein anstrengender Arbeitstag ist zu Ende und ich warte mal wieder auf den Bus.

Jetzt sitze ich drin nachdem ich kurzzeitig befürchtete zu erfrieren, was ja eher suboptimal gewesen wäre. Nasskalt ist doof.

Die Zeitkapsel hat gerade ernsthaft „Ich liebe dich“ von Clowns und Helden präsentiert. Ist sehr schlecht gealtert und noch furchtbarer als 1987. „Wir haben 87 und ich altes Trottelgesicht hab‘ mich verliebt“. Wollte damals schon keiner wissen. Jetzt brennen bei Midnight Oil die Betten.

Gott sei Dank bin ich jetzt überhaupt in der Lage mich von Frau Blauzahn beglücken zu lassen. Denn ich war so clever die frisch aufgeladene powerbank einzupacken aber kein Ladekabel. Und Samsungkabel ist nicht gleich Samsungkabel. Gott sei Dank hatte noch jemand ein S9 und nicht selber das Kabel vergessen.

Wird das heute noch was mit dem Fahrscheinkauf? Wieviele Geldscheine werden noch präsentiert? Trägt man in Schlechtaufdiefahrtvorbereitethausen immer solche Mützen? Und wo ist der Hund der eben noch mit an der Haltestelle stand? Ausgesetzt? Doch keine Lust mitzufahren?

Ja, in der Tat, hier gibt es Landschaft. Eine ganze Menge davon. Und die Weinberge sind beeindruckend. Stellen Sie sich mal bei diesem Wetter mit einem Eimer und einer Schere rein, dann lässt die Faszination schnell nach…

Hinter mir wird interessiert auf mein Handy geschaut. Ja, so eine Doktorarbeit in Quantenphysik sieht man nicht alle Tage.

O mein Gott, wir sind am roten Bushäuschen VORBEIGEFAHREN! Dann sind wir wohl echt spät dran, aber der Fahrer kennt jetzt alle Euroscheine. Es ist derselbe wie die letzten zwei Tage auch.

„I’m a creep, I’m a weirdo. What the hell am I doing here?“ Eine durchaus berechtigte Frage. „I want a perfect body, I want a perfect soul“. Wer nicht, mein Herr, wer nicht?

Ich glaube wir kommen heute Stunden zu spät an. Jetzt gerade hat jemand vor dem Bus stehend ewig nach seiner Maske gesucht und durfte erst rein als sie ordnungsgemäß sass. Und jetzt wird eine Fahrkarte gesucht. Hängt hier irgendwo eine versteckte Kamera?

Häh? Der Hund war die ganze Zeit im Bus????

So, jetzt am zweiten Haltepunkt ist alles wie immer. Wie beruhigend. Kontinuität ist ja so wichtig.

Ein Fahrer mit ohne Haare im Gegenbus. Der von Montag mittag um genau zu sein. Oder vielleicht auch ein anderer…

Da ist gerade einer einfach so eingestiegen. Er hatte die Maske schon an und die Fahrkarte parat. Ich beginne mich zu langweilen. Und Weissjäckchen wurde an die hintere Tür verwiesen, vorne wird nicht ausgestiegen! An den Schulbussen die morgens immer unterwegs sind steht „Vorne rein und Karte zeigen!“ Das war schon zu meiner Zeit so. Ich sag’s ja-Kontinuität.

Der Norden der Moselmetropole ist erreicht. Sehr schön. Ich überlege schon ob es mir gelingen wird mit eingeschlafenem Fuss halbwegs elegant auszusteigen. Und hoffe heute Abend nicht wieder auf die Tütenfrau zu treffen. Vielleicht steigt auch wieder einer in den wartenden Sternbus, geht einmal durch und steigt wieder aus. Kommentar Fahrer: „Ich hoffe, mein Bus hat Ihnen gefallen“.

Wir sind da-ha! Chickennuggets ich komme!!

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