Ich hätte da mal eine Frage…

Was genau hat zu diesem Stillleben geführt? Und wer ärgert sich jetzt weil er eine neue Kaffeekanne kaufen muss?

Ausgeschlafen und mit richtiger Frisur bin ich mal wieder auf dem Weg zur Arbeit im Hotspot. Ein Fahrer mit Basecap, vermutlich verbirgt sich darunter die obligatorische Nicht-Frisur.

Die Zeitkapsel entführt mich in „The Dutch Mountains“. Ja, dafür sind die Niederlande berühmt. Ich sehe da keinerlei Ironie.

Und jetzt fragt Alanis „Are you thinking of me when you fuck her?“ Ein sehr schönes Lied über ein mir wohlbekanntes Gefühl. Aber erfahrungsgemäß ist es „Mr Duplicity“ ziemlich egal wie man es findet was er angerichtet hat.

Nahtlos weiter mit „Nobody’s wife“ von Anouk. Auch das ist mir wohlbekannt und der Text bringt es auf den Punkt.

Gestern hatte ich beim Abrufen meiner Note in Empirische Sozialforschung einen „Hören Sie, ich bin gar nicht so schlau!“- Moment. Meine zugegebenermaßen niedrigen Erwartungen wurden aufs Angenehmste übertroffen…

Ich würde sagen, wir haben den Teil des Jahres erreicht wo eine Klimaanlage im Bus nicht mehr zwingend notwendig ist. Es ist ein wenig frisch hier. Aber das Licht ist an und weil es nicht regnet riecht es nicht nach nassem Hund. Immer das positive sehen…

Mr Basecap steht mit Handy draussen, raucht und trinkt Kaffee. Die Türen sind auf und ich werde gleich erfrieren. Ich warte minütlich auf den Moment wo mir kurz vorher nochmal warm wird und ich mir die Klamotten vom Leib reisse. So hatte ich mir mein Ende nicht vorgestellt, aber man muss es ja nehmen wie es kommt.

Ich hatte natürlich recht-unter dem jetzt abgenommenen Basecap verbirgt sich ein Kopf mit ohne Haare. Faszinierend. Ob die Frisur wohl ein Einstellungskriterium ist?

Nächste Haltestelle Abgestorbene Beine. Es ist sooo kalt! Wenn der Herr da vorne jetzt beim Zwischenhalt die Türen aufmacht kommt die Schaufel ins Spiel!

Da hat er ja nochmal Glück gehabt.

Ach, die Bundesregierung hat einen Pflegebevollmächtigten? Man arbeitet an einem einheitlichen Konzept zur Besucherregelung in Pflegeheimen. So so. Und Schnelltests für Mitarbeiter. Das möchte ich mir gerade nicht vorstellen. Die erneute Möglichkeit der telefonischen Krankschreibung hat doch schon gereicht.

Auch eine Möglichkeit den Smiley glücklich zu machen: Kurz stehen bleiben und langsam wieder anfahren.

Ich will jetzt endlich ankommen! Immerhin steht die Haltestelle schon auf der Anzeige. Vielleicht schaffe ich es noch nicht zu erfrieren…

Update Rückfahrt

Ich bin natürlich nicht erfroren. Und auf der Arbeit konnte ich mich auch schön aufwärmen-Seniorenresidenzen sind in der Regel ja eher zu warm als zu kalt.

Der heutige Tag war eine seltsame Mischung aus anstrengend und langweilig. Und jetzt ist er vorbei und ich warte auf den Bus nach Hause. Der hoffentlich bald wieder zurück kommt nachdem er an der letzten Haltestelle gedreht hat. Ich habe ihn schon gesehen…

Und dann hätte ich beinahe den Außenspiegel eines anderen Busses an den Kopf gekriegt. Wie eine Londoner Kollegin von mir die deswegen mal aus der Notaufnahme anrief. („I’ll be a bit late today, I was hit by a bus“).

Aber nix passiert und ich bin mit ganzem Kopf in meinem vorgesehenen Bus. Der Fahrer erfreut sich einer kleinen Menge Resthaar und scheint genauso erstaunt wie ich wieviele Leute heute mitfahren.

Neue Hygienehinweise und die Bitte die Möglichkeit des Handytickets zu nutzen. Und „Halten Sie bitte Abstand zum Fahrer“. Verdammt, kein gemütliches Mit-in-der-Fahrerkabine-sitzen mehr!

Ungläubiger Blick nach hinten. Ja, wir sind alle noch da…

„I feel stupid and contageous, here we are now entertain us!“ Nach dem Zusammenstoß mit einem Mittänzer im Electric Ballroom zu diesem Lied hatte ich mal eine blutende Nase. Very entertaining indeed.

Ah, es hat alles wieder seine Ordnung, wir stehen am roten Bushäuschen. Es ist sonst einfach nicht dasselbe…

Im Gegensatz zu heute morgen ist der Bus wohltemperiert. Sehr schön, ich muss nicht den Tod fürchten.

„Your daughter never finished her finishing school, married a strange young man of whom you don’t approve“. A Lady of a certain age hat es nicht leicht…

Nanu, heute sind wir der vordere Bus. Und jetzt der einzige. Der Fahrer hat beim Vorbeifahren gewunken wie ein Mitglied der Augsburger Puppenkiste. Die Frisur entsprach -wenig überraschend- den Gepflogenheiten.

Die playlist „Dein Sommer Flashback“ erweckt den Eindruck, mein Sommer sei ein Fall für Amnesty International gewesen. Sie sollte besser „Der ganze Rotz den deine Suche nach blöden Liedern und unreflektiertes Shazamen produziert hat“ heißen. So schlimm war ja noch nicht mal der Sommer dessen Ferien ich größtenteils im Krankenhaus verbracht habe. (Mit Sportattest fast bis Weihnachten!)

„La tribu de Dana“. Hilfe! Französische Druiden sind so gar nicht mein Thema. Da fehlt jetzt nur noch dieser Franzose der auf dem Kamm bläst. Oder das Hobo-Lied. Harry Styles war schon. Ein in Musik gefasster Autounfall.

Der Bus erfreut sich nach wie vor grosser Beliebtheit. Und gleich sind wir am Ziel. Wun-der-bar!!

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