Schalt‘ mich ein und schalt‘ mich aus…

Heute mal ein Archivbild. Ich frage mich was genau damit ein-und ausgeschaltet werden kann…

Hier im Bus regiert mal wieder der Fürst der Finsternis und wir rollen im Schein der Notbeleuchtung dem Ziel entgegen. Aber es ist warm. Und wie man deutlich riechen kann wurde einmal desinfizierend durchgefeudelt. Die Betonverschiebungsfrau ist auf Minimallautstärke eingestellt, man kann sie nur erahnen.

Was man auch nur erahnen kann: Was wäre wohl passiert wenn sich seinerzeit heraus gestellt hätte dass HIV/AIDS durch Aerosole übertragbar ist? Mit denselben Ausgangsgruppen wie gehabt. Eine Steigerung der Panik von damals in den Bereich des Unvorstellbaren. Gauweilers Lager wären vermutlich Wahrheit geworden. Und Helmut Kohl hätte die Strickjacke gerichtet und es erstmal ausgesessen. Die Welt wäre definitiv eine andere…

Da heute morgen kein Programm von seiten des Fahrers zu erwarten ist lasse ich mich mal wieder von Frau Blauzahn beglücken. Rio Reiser ist ja auch schon lange verstummt. „Es ist vorbei, bei bei…“

Heisst Rama Lama Ding Dong wirklich so? Wenn ja, hat der Sänger vermutlich ihr Bild in einem Katalog gesehen und sich sofort verliebt…

Friedrich Merz wittert anlässlich des abgesagten Parteitags eine Intrige und erinnert mich dabei irgendwie an Beeker aus der Muppet Show.

In Texas hat sich ein Dreijähriger auf seiner Geburtstagsfeier erschossen weil einem Gast die Pistole aus der Tasche gefallen ist. Das Land hinter dem grossen Teich hat in vielerlei Hinsicht einen Neustart nötig…

Kurzzeitige Erblindung als das Licht plötzlich anging. Wer rechnet denn mit sowas?

Der Mülleimer neben dem Briefkasten hier müsste auch mal wieder geleert werden. Unvorstellbar dass da überhaupt jemand vorbeikommt um was reinzuwerfen. Es ist eine von den Haltestellen die nach Ort und Bundesstraße benannt sind. Also fernab von jeder Zivilisation. Was bei dieser Strecke echt was heißen will.

So, Frau Blauzahn wurde in die Tasche verbannt. Keine Lust auf Musik. Um dann festzustellen dass vorne das Radio quakt. The Dark Lord offenbart ganz neue Seiten. Aber er wird wohl eher nicht telefonieren, das überlässt er dann doch lieber den jungen Wilden.

Start der Invasion in 3-2-1. „Morgen wird bezahlt, so vergesslich kann man in deinem Alter nicht sein!“ Das würde ich so nicht sagen. Ich erinnere mich an vergessene Jacken, Brotdosen und Turnbeutel. Einmal bin ich ganz ohne Schultasche aus dem Haus gegangen. Und wer immer meinen Diercke Weltatlas in der Telefonzelle gefunden hat: Er war hoffentlich dienlich. „Wenn du schon ein Schulbuch verschludern musst dann natürlich gleich das teuerste!“ Kann ich was dafür dass der Atlas nicht in meinen Ranzen gepasst hat? Und es hat geregnet. Und mir wurde gesagt ich darf anrufen dass mich einer holt wenn es regnet. Und dafür musste ich halt in diese Telefonzelle.

Jetzt ist es draussen hell. Und das Licht ist an. Muss ich jetzt nicht verstehen, oder? Wahrscheinlich irgendeine Dienstanweisung die keiner so recht versteht. Gibt es wohl überall.

Update Rückfahrt

Ich werde gerade Zeugin eines auf Englisch geführten Telefongesprächs an der Bushaltestelle. „Is the house near the school or weit weg?“

Der Bus steht ungünstig an der Haltestelle gegenüber, ich sehe den Fahrer nicht. Jetzt ist er weg und kommt hoffentlich bald wieder. Es ist kalt und irgendwie doof hier.

Ein mir bisher unbekannter Fahrer (sehr kurze Haare) hat mich, die beiden Englischchamps und einen Mann mit grellgelber Warnweste eingesammelt und schickt sich an uns ans Ziel zu bringen.

Gott sei Dank macht dieser Bus nicht so komische Geräusche wie der mit dem ich vorher gefahren bin. Es klang als hätten wir Flipper an Bord. Viel länger als die zwei Haltestellen hätte ich das nicht ausgehalten.

Der hiesige Dialekt klingt auch irgendwie schlimm. Warnweste kündigt baldiges Heimkommen an.

Zack, dunkel. Ich kann das rote Bushäuschen nur erahnen. Es ist irgendwie unheimlich. Und ganz anders als morgens im Dunkeln.

Junge, das hätte ich dir gleich sagen können dass es nicht mehr klappt den Smiley zum Lächeln zu bringen…

Ich habe fürchterlichen Hunger. Süsses Mittagessen in Form von Kaiserschmarrn hat denselben Effekt wie der Kuchen auf Familienfeiern. Schlimm, schlimm.

So, jetzt stehen wir hier und der Bus in die Gegenrichtung hat sich gerade hinter uns gestellt. Es besteht offenbar kein Besuchs-, Gesprächs- und Nikotinbedarf. Und es wurde bisher auch noch nicht telefoniert vorne. Sehr mysteriös.

Na, wer sagt’s denn! Das Handy ist wohl doch nicht kaputt. Heute mal polnisch. Und eher gedämpft. Ohne Gegacker.

Und so sieht es aus dem Fenster fotografiert aus:

Waaahnsinn, oder?

Am Horizont leuchten schon die grellen Lichter der Großstadt. Und ich möchte unbedingt Fischstäbchen essen. Keine Ahnung warum. Man soll ja auf die Signale seines Körpers hören, also bekommt er gleich Fischstäbchen. The wampe gets what the wampe wants.

Hier erzählt jemand gerade ganz stolz von seinem allerersten Anzug. Fast schade dass wir jetzt alle aussteigen müssen.

Und es war so klar dass es jetzt anfängt zu regnen!

Aber hier im Bus gen Süden ist es auch nicht schlecht. Bald werden wir von der künstlichen Intelligenz hören die eine Covidinfektion an den Augen erkennen kann. Aber eigentlich darf der junge Mann gar nicht darüber sprechen. Naja, wenn wir alle fleissig unsere Atemübungen machen braucht es diese KI ja gar nicht…

Und der Busfunk hat vermeldet dass wir nicht auf den „freckten Bus“ warten müssen. „Fahrt einfach los, dat kann dauern“.

Die schönste Durchsage im Busfunk bis jetzt: „Achtung, an der Trevris steht ein Kollege und fotografiert sein Fahrzeug. Bitte nicht umfahren!“

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