Friendly reminder

Nur nochmal zur Erinnerung. Hier im Bus wird neuerdings auch per Durchsage darauf aufmerksam gemacht.

Es ist Montag morgen und folglich sitze ich im Bus. Nach einem Sonntag den ich größtenteils damit verbracht habe den Samstag aufzuholen und meine spinnende Waschmaschine ans Laufen zu bringen.

Eben hat der Schienenersatzverkehr unsere Haltestelle zugeparkt. Was unseren Fahrer zu wildem Hupen und dem Ausruf „Was ist mit euch los? Kein Mensch braucht soviele Busse!“ veranlasst hat. Ja, um die Uhrzeit kann einen das schon mal verwirren. Aber es fahren momentan halt keine Züge aus und nach Luxemburg. Deshalb musste ich ja eben auch den SÜWEX nehmen.

Der Fahrer sieht aus wie der eine ehemalige Kommissar aus dem „Polizeiruf“. Nicht Jaecki Schwarz, der andere. Und er fährt recht flott, was aber auch mit unserer Verspätung zu tun haben könnte. Denn als endlich ein Platz gefunden war um uns einsteigen zu lassen musste noch eine Monstskarte verkauft werden. Und nochmal der Ärger kundgetan werden. Jetzt hat er einfach die praktisch in Dauerschleife laufende Mund-Nase-Bedeckung Ansage abgewürgt. Durchaus sinnvoll, ich glaube wir haben es alle verstanden. Die Betonverschiebungsfrau ist mit betroffen, man hört sie nur noch ganz leise. Was das Quietschen des Fahrersitzes (Federung, you know) umso schöner macht.

Gestern habe ich ein neues guilty pleasure gefunden. Eine Doku über Zwangsvollstrecker in London. Interessanterweise heißen sie alle Peter, Alan oder Mike. Und es sie bewegen sich natürlich vornehmlich im East End oder anderen finsteren Ecken. Endlich mal wieder ungepieptes Gefluche! Und zwar vom Allerfeinsten. Die deutsche Übersetzung im voice over kommt da nicht mal ansatzweise ran. Highlight war zweifelsohne der zugedröhnte Typ in Unterhose der irgendwie vergessen hatte die Wohnung zu räumen. Und wenig glaubwürdig war als er zu erklären versuchte dass die gefundene Marihuana Plantage nur für den Eigenbedarf ist. Und die Geschäftsfrau die ihren Mann anrief um das Auftauchen von Peter/Alan/Mike zu melden. Vor dem Geschäft ein mit quietschenden Reifen wegfahrendes Auto. Und der High Court scheint ein Problem mit Verwechslungen zu haben…

Und wieder hat die Invasion begonnen. Der Schwung hier ist ziemlich ruhig, gleich kommen die Anhänger der Fäkalsprache und des genervten Augenrollens.

Nachdem wir den ersten Teil der Strecke quasi geflogen sind geht es jetzt sehr gemächlich voran. Vorbei an dem Haus das aussieht als würde ein Schiff in den Weinbergen liegen.

So, jetzt warte ich auf den nächsten Bus um noch zwei Haltestellen zu fahren und endlich die Arbeitswoche zu beginnen. Natürlich fängt es genau jetzt an zu regnen…

Da freut sich aber die Mama wenn man ihr später erzählt dass die Trinkflasche vom Schulbus überfahren wurde.

Update Rückfahrt

Nach einer kurzen Fahrt mit Dunkelbiermann warte ich jetzt auf den Bus nach Hause. Heute ist es wenigstens nicht kalt, aber es könnte etwas weniger windig sein.

Jetzt sitze ich im Bus, am Steuer einer der Fahrer mit ohne Haare mit dem ich schon öfter das Vergnügen hatte. Er wird zweimal rauchen. (SPOILER: Es war nur einmal, wir waren nicht lange genug am roten Bushäuschen).

Heidi Klum hat in Berlin einen Sexshop aufgesucht und etwas gekauft. Für Spiel und Spaß mit ihrem Mann der für mich in die Kategorie „Sieht aus als würde er streng riechen“ fällt. Wie übrigens auch Russel Crowe und Ben Affleck.

Dosenaufmachgeräusch von vorne, gefolgt von leisem Fluchen. Das schöne weisse Hemd!

Eigentlich müsste ich ja gaaaaanz viel lernen. Und heute kamen auch die Unterlagen für meine Weiterbildung an. Das passt so gar nicht zu der Tatsache dass der neuste Gereon Rath im Amazon Locker wartet. Und Peter Grant ist auch noch nicht fertig gelesen. Böse böse Welt!

Die Krankenhausbuchführungsverordnung ist so ziemlich das langweiligste das ich je gelesen habe. Dagegen ist meine Gesetzessammlung ein Thriller. Es dürfte dann jetzt gerne Freitag 15 Uhr sein. Und wehe ich muss das nochmal schreiben!

Hier an dieser Promenade ist heute morgen jemand in die Mosel gefallen und wurde von einem zufällig vorbei kommenden Polizisten gerettet. „Lautes ‚Plums-Geräusch‘ gehört“ die entsprechende Überschrift in der App mit lokalen Meldungen.

Im Gegensatz zu heute morgen hören wir in regelmäßigen Abständen die Erinnerung an die Mund-Nase-Bedeckung. Ein bisschen anstrengend. Aber wir müssen die Betonverschiebungsfrau hören, die Anzeigetafel ist nämlich kaputt. Wo kämen wir hin, wenn wir orientierungslos durch die Dunkelheit rollen würden?

Ganz in der Nähe dieses zweiten Zwischenhalts wurde heute morgen ein Geldautomat gesprengt. So richtig mit lautem Knall und Trümmern überall.

Der Fahrer vom Bus hinter uns raucht mit unserem draussen. Eifriges slawisches Schreien und der Versuch beim Gestikulieren den Mindestabstand zu wahren. Wie lange würde es wohl dauern bis einem von beiden der Verlust seines Fahrzeugs auffallen würde?

Ich wurde beim Einsteigen deutlich weniger angelächelt. Aber ich bin auch weder jung noch blond und meine Knöchel sind auch bedeckt.

Spätestens an dieser Haltestelle fangen fast alle an zu telefonieren. Eine Kaskade von Zischlauten ist zu hören. Dazu eine trommelnde Hand auf dem Fahrscheinausdruckdings. Hier ähneln sich nicht nur die Frisuren der Fahrer.

Meine Lieblingsmetzgerei hat auch Suppen im Angebot. Beim Aussteigen die Hose zu verlieren senkt den Coolnessfaktor enorm. Warum zieht es hier auf einmal so?

Gleich sind wir da. Erkennbar daran dass es angefangen hat zu regnen. Ich freue mich schon wahnsinnig auf meinen Schreibtisch…

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