Onn se root

Und wieder ist ein neuer Morgen und ich bin auf dem Weg zur Arbeit. Der Fahrer aka Der Kommissar hat sich diesmal klaglos mit dem Schienenersatzverkehr abgefunden und wir kamen wesentlich schneller weg als gestern.

Und wieder wurde die Mund-Nase-Bedeckung Ansage mitten im Satz abgewürgt. Ich kann mich also voll und ganz auf das Quietschen des Fahrersitzes konzentrieren. Ach was schön…

Weniger schön sind die Nachrichten aus Wien. Als wäre die Welt nicht schon verwundet genug, es braucht wahrlich keine Langwaffen und Macheten um uns unsere Verletzbarkeit vor Augen zu führen. Ich erinnere mich an die Stimmung in London nach dem IRA-Attentat 1996. Lähmende Angst und ein nicht Wissen was noch kommt. Immer wieder Kontrollen (ja, wirklich witzig dass die deutschen Terroristen dieselbe Abkürzung haben wie die britische Luftwaffe) und vermeimtliche Bombenfunde. (Wie unangenehm muss es dem Betreffenden gewesen sein live im Fernsehen die Sprengung seiner in der tube vergessenen Tesco Tüte zu sehen). Besonders gruselig war dass immer wieder ein Anrufbeantwortertext abgespielt wurde auf dem die Detonation der Bombe in den Docklands zu hören war. (Die ich auch als dumpfes zunächst bedeutungsloses Hintergrundgeräusch wahrgenommen hatte). Im Hintergrund sprach jemand den man zu identifizieren hoffte. Aufgrund eines absurden Terrorgesetzes durfte die Originalstimme von Gerry Adams nie zu hören sein, es hätte ihn aber vermutlich auch kaum jemand verstanden. So sprach er immer feinste RP. Wie die von ihm so verhasste Queen…

Draussen wird es hell und wir nähern uns dem Ziel. Ich war schon deutlich motivierter. Drei Kreuze wenn diese Woche zu Ende ist…

Auch in der Entenwelt scheint etwas aufregendes passiert zu sein. Wildes Geschnatter unten an der Mosel. Hier an der Haltestelle ja sowieso. „Und er so… Und ich so…“ Er hat übrigens ein Herz geschickt. Awww!

So, nächster Bus. Der Kommissar steht neben uns und fährt quietschenden Sitzes wieder zurück. Winke-Winke.

Update Rückfahrt

Jetzt warte ich mal wieder dass mein Bus vorbeifährt um schnell wieder zurück zu kommen. Sollte der Typ neben mir es wagen mich anzusprechen kann ich für nichts garantieren. Aber noch spricht er mit sich selbst oder einem Unsichtbaren, man weiss es nicht genau…

Bus ist durch ohne dass ich den Fahrer erkennen konnte. So heisst es warten und hoffen dass es nicht zu lange dauert.

Es ging dann noch relativ schnell. Und ich wurde nicht angesprochen, welch ein Glück. Den halbglatzigen Fahrer kenne ich nicht, aber er hat dankenswerterweise die Ansage auf Minimallautstärke gestellt. Das Radio quakt und es quietscht nichts. Was will man mehr?

Schlafen zum Beispiel. Ich bin soooo müde. Momentan fühle ich mich als wäre ich gegen eine Wand gelaufen. Beste Voraussetzungen für erfolgreiches Lernen.

Wir sind bis zum zweiten Haltepunkt durchgefahren und jetzt stehen wir hier mit offener Vordertür und Supertramp im Radio. Ein Träumchen.

Eben lief eine Diskussion ob Sonnenstudios als medizinisch notwendig eingestuft werden können. Ernsthaft? Meine These von der einen Schnitt machenden Evolution erhärtet sich.

Tonight’s the night. Bald werden wir wissen ob das orange Elend ein Ende hat. Wer konnte ahnen was noch kommt als man sich seinerzeit über Ronald Reagan aufgeregt hat?! Es wird auf jeden Fall spannend.

Können wir eventuell noch langsamer fahren? Irgendwie scheint mir gerade alles verlangsamt, auch das Öffnen und Schliessen der Türen. Und der Verkauf einer Fahrkarte.

Gott sei Dank kündet das erste Autohaus von baldiger Ankunft.

So, letzter Bus für heute. Ich sitze zumindest schon mal drin. Unser Fahrer steht in der Tür und bedauert den Kollegen der zu Besuch ist. „Hast du heute den Scheissdienst? Naja, einer muss ja! Genug zu essen dabei?“

Jetzt stehen alle Sternbusse in einer Reihe und hoffen irgendwann die Porta Nigra zu erreichen. Zack, einmal ausgeschert und vorgedrängelt. Kann mir nur recht sein…

O mein Gott, wie lange war ich unterwegs? Hier werden Tonnen von Weihnachtsdeko transportiert. Und ich glaube die Sprachnachricht kann jetzt mal abgeschickt werden. Nein? Okay, erzähl‘ nochmal von deinen aufregenden Plänen.

Nöööt. Wagen hält. Endlich!

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