Lasst Kerzen sprechen

Heute morgen mal ein kleiner Beitrag von einer viel zu wenig beachteten Minderheit. Das Schaufenster fasziniert mich immer wieder. Bald werden sie weihnachtlich dekorieren…

Hier ist alles wie gehabt. Vorne wird telefoniert und geklopft. Gerade wird etwas aufgezählt und mit entsprechender Fingeranzahl bekräftigt. Die Zahl drei spielt eine tragende Rolle. Ich frage mich was die armen Fahrer machen die in der Eifel mit ihren riesigen Funklöchern unterwegs sind.

Was mich ja wirklich wundert: Es ist noch niemand auf die Idee gekommen der Karl-Marx-Statue einen Mundschutz zu verpassen. Obwohl er doch streng genommen im Maskenpflichtbereich steht. Da könnte der größte Sohn der Stadt (neben Fischers Maathes und Ernst Huberty) ja mal mit gutem Beispiel vorangehen.

„Bastian Yotta verrät seine Penisgrösse“. Too much information, thank you very much. Die Angaben dürfen ohnehin mit Recht angezweifelt werden. Und wer will das eigentlich wissen?

Jetzt stehe ich hier und habe so gar keine Lust zu arbeiten. Aber es hilft ja alles nix. Vielleicht habe ich ja gleich Fieber und muss umgehend die Einrichtung verlassen…

„Sieht das jetzt eigentlich gut aus? Ich hatte nur die Jacke und die Schuhe. Ich bin voll unsicher. Die waren alle schon weg die mir sonst sagen ob es gut aussieht. Ach Mensch, ich bin so unsicher.“ Also ich persönlich habe schon schlimmeres gesehen. UggBoots mit Glitzer zum Beispiel.

Update Rückfahrt

Und wieder sitze ich im dunklen Bus nach Hause.

Zitat des Tages: „Dat Kockorona geht mir auf die Nerven. Dauernd kricht ma watt in die Nas‘ gesteckt!“ Die Dame war wenig erfreut als mich mit dem Ansinnen eines Rachen-Nasen-Abstriches an sie herantrat. Auch die Aussicht dann vielleicht schon bald ihr Zimmer wieder verlassen zu dürfen weil die Isolierung nach Krankenhaus früher beendet werden kann war nicht wirklich verlockend. „Dann bleib‘ ich lieber für immer im Zimmer und geh‘ ab und zu heimlich raus. So wie jetzt auch!“ Gut zu wissen, ich behalte die entsprechende Tür mal im Auge. Der nächste Kandidat hat mit Stäbchen drin erstmal den Mund zugemacht, entschloss sich dann aber laut um Hilfe zu rufen und zu verkünden „Meine Nase kriegst du nicht!“ Kockorona ist echt blöd, aber wenigstens hat keiner während des Abstrichs geniest.

Jetzt hat jemand drauf beharrt mit diesem Bus mitzufahren obwohl hinter uns ein Bus kommt der an sein eigentliches Ziel fährt. „Ich steig‘ dann irgendwo aus und geh‘ den Rest zu Fuß.“ Das ist die Steigerung von „Können Sie nicht ausnahmsweise an der Brücke anhalten?“ und „Warum fahren Sie eigentlich nicht nach XY?“ In einem Trierer Stadtbus wollte echt mal jemand mit dem Fahrer diskutieren warum er nicht einfach geradeaus fährt, das wäre doch ein viel besserer Weg. („Wissen Sie, ich kenne mich hier aus!“)

A propos Stadtbus: Laut der Lokalnachrichten gab es heute vormittag einen Feuerwehreinsatz wegen Rauchentwicklung in einem Stadtbus. Direkt vor der Porta Nigra. Was wäre ich da gerne dabei gewesen!

Was freue ich mich drauf, die Strecke irgendwann wieder im Sonnenschein zu fahren. Von ohne Mundschutz wage ich ja gar nicht zu träumen.

Bei Buzzfeed: Dinge die Leute sehr lange geglaubt haben obwohl es Blödsinn ist. Besonders schön: Der Glaube an einen Gewürzgurkenbaum. Ich habe jahrelang geglaubt dass Schallplatten jedesmal ein bisschen leiser werden wenn man sie abspielt und irgendwann hört man nichts mehr. Dabei wollte jemand aus dem engsten Familienkreis nur nicht ständig das Märchen „Der Schweinehirt“ hören. Derselbe Mensch liess mich auch glauben, das Auf und Ab der Strecke zum Tanken nach Luxemburg liege an den gebrochenen Stützpfeilern unter dem Strassenbelag. Kein Wunder dass ich jahrelang glaubte im Krankenhaus verwechselt worden zu sein…

„Was wollen Sie denn in der Arena Trier? Da ist doch gar nix los!“

Der verstorbene Kameramann Gernot Roll war „ein ehemaliger DDR-Bürger“. Irgendwie klingt das seltsam.

Der Fahrer des Gegenbusses ist gerade fast aus seinem Fensterchen gefallen weil er ein wenig Konversation mit unserer Fahrerin treiben wollte. Das wäre auch was Schönes für die Lokalnachrichten gewesen. „Wollte nur Hallo sagen und landete im Krankenhaus“.

Dieser Teil der Strecke (mit sehr vielen gebrochenen Stützpfeilern) zieht sich immer enorm. Und man kann doch wirklich Bescheid sagen bevor man unvermittelt das Licht anmacht!

„Ich hab‘ doch gesagt es sind zehn Cent. Aber du wolltest es ja nicht glauben.“ (Die Diskussion dauert noch an).

Der Bus gen Süden riecht nach Heizöl. Und zwei Personen müssen zwei Fahrscheine kaufen, was gerade zu Verwirrung führt. Vor uns ist der Fahrer noch draussen unterwegs, weshalb der Rest auch nicht losfahren kann. Jetzt sind wir schon am Marxen Karl seinem Haus. Und der nervigste Mensch der Welt ist eingestiegen. Ich stelle mich mal kurz tot. Gott sei Dank hat sie jemanden dabei. Da fällt mir ein-schon lange nicht mehr „Hessi James“ von Badesalz gehört.

Nööööt. Unerkanntes Entkommen gelungen.

Sollte ich jemals auf der Strasse gesehen werden wie ich fremde Hunde abknutsche und von meinen fünfzehn Katzen erzähle darf gerne zu drastischen Mitteln gegriffen werden. Lasst es wie ein Unfall aussehen…

Ein Gedanke zu “Lasst Kerzen sprechen

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