Montag

Ich lasse die Kerze noch brennen. Jedes andere Bild erscheint mir noch irgendwie unpassend.

Auch wenn sich langsam ein wenig Normalität einstellt. Trotz der irrationalen Angst eine Strasse zu überqueren die ich am Wochenende bei mir festgestellt habe. Und plötzlich achte ich, die sich sonst überhaupt nicht dafür interessiert auf die Autos um mich herum. Noch kann ich mir nicht vorstellen in die Innenstadt zu gehen. Der Ort den ich seit meiner Kindheit kenne hat seine Unschuld verloren. Hunderte, ja wahrscheinlich sogar tausende Male war ich da. Im Kinderwagen, mit Mama und Papa, mit Oma und Opa. Auf dem Weg von und zur Arbeit, auf dem Weg zu Verabredungen und Arztterminen. Händchenhaltend, telefonierend, Kaffee trinkend, essend. Weihnachtsmarkt, Altsatdtfest, Wandertag, Guildo Horn nach Birmingham verabschiedend. Nach dem halbjährlichen Einkleiden bei C&A, bepackt mit Einkäufen, auf der Suche nach Geschenken. Genervt, quengelig und gut gelaunt, Touristen in Fotos und Filmaufnahmen latschend. Von der Polizei freundlich drauf aufmerksam gemacht dass Fahrradfahren vor 21 Uhr nicht erlaubt ist. Vor Regen-und Hagelschauern in Hauseingänge flüchtend, überhaupt bei jedem nur denkbaren Wetter. Und auch zu so ziemlich jeder Uhrzeit. Voller Stolz die vom ersten selbstverdienten Geld gekaufte Lederjacke nach Hause tragend nachdem ich nach der Schule mit dem Zug nach Trier gefahren war.

Und jetzt nur durch Zufall nicht da gewesen, wohl wissend dass es auch hätte anders kommen können…

Trauer, Wut, Entsetzen. Immer noch.

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