Wochenende!

Es ist Freitag und ich fahre tatsächlich noch im Hellen Richtung Heimat. Obwohl der Tag heute so gar nicht danach aussah…

Als ich eingestiegen bin war der Bus schon voller kichernder Teenager. Das hat mich etwas irritiert. Sie reden übers Schminken und haben offensichtlich auch fleissig geübt.

Das ist wesentlich besser als das Gespräch dass ich vorhin an der Haltestelle mithören musste. Ich persönlich würde ja meine geplante Abtreibung nicht im öffentlichen Raum thematisieren. Man weiss nie wer einen hört. Besonders wenn es wie in dem Fall anscheinend als eine Form der Verhütung betrachtet wird.

Kaum sind die Mädels weg wird hier telefoniert. War mit zu rechnen. Nach dreimaligem „Häh?“ wurde der Witz anscheinend verstanden und es ertönt Schurkenlachen. Fast so schön wie das quietschende Grunzlachen eines seiner Kollegen…

In Trier wurden die Gedenkorte in der Innenstadt abgebaut. Die Sachen werden archiviert bzw. auf Wunsch den Hinterbliebenen ausgehändigt. Wer seinen Gedenkgegenstand wieder zurück haben möchte soll sich bei der Stadt melden. Das erscheint mir irgendwie seltsam-ich gehe doch auch nicht irgendwann an ein Grab und hole meinen Kranz wieder mit.

Hallo UPS: Mit der Mitteilung „Zustellung: andere Freig“ kann ich wenig anfangen. Jetzt werde ich die ganze Zeit rätseln ob das Päckchen bei mir im Haus angekommen ist oder nicht..

Es ertönt Kirmesmusik. Ich warte die ganze Zeit auf ein fröhliches „Und jetzt eine Runde Rückwärts liebe Freunde, eine Runde Rückwärts“.

Auf dem Spazierweg neben uns sitzt ein bockiges Kleinkind, der Vater kniet daneben. Das dauert sicher noch ein bisschen. Bei uns hat immer ungerührtes Weitergehen geholfen. Erschreckend, wenn die Mama sich noch nicht mal umdreht um zu gucken ob man nicht inzwischen entführt wurde. Da heilt dann auch mal spontan eine vorher festgestellte Lähmung der Beine. Vorher zu Boden geworfene Mützen werden dann übrigens auch wieder geholt, nicht wahr kleiner Cousin der Heiligabend aus den Füssen sein sollte und deshalb mit mir spazieren geschickt wurde?! (Bis heute habe ich den Verdacht dass auch ich aus den Füssen gebracht werden sollte, aber nach rund dreißig Jahren kann ich damit leben).

So, am Treffpunkt der Busse wird erstmal eine geraucht und sich vorsichtig dem vor uns stehenden Gefährt genähert. Der Kollege ist wohl Nichtraucher und Frostbeule, es wird in die vordere Tür gestikuliert und schurkengelacht. Und schon geht es weiter. So langsam könnte man hier die Weihnachtsbeleuchtung auch mal wegmachen.

Es sollte bei Twitter einen kurzen Warnhinweis geben bevor sich ein Video mit Volker Bouffier öffnet. Man erschrickt sonst ein wenig wenn sich die CDU in ihrer schönsten Form präsentiert.

Letzter Bus für heute und die nächsten zwei Tage. „Der Döner wird hier drin aber nicht gegessen!“ Die Kerzen an der Porta Nigra sind weg, es gibt nur noch eine kleine Gedenkstelle. Ich frage mich ob ich als Hinterbliebene etwas von den Sachen hätte behalten wollen. Wahrscheinlich die Briefe und Bilder. Es müssen mehrere tausend Kerzen gewesen sein…

Und plötzlich hielt ich eine Tüte mit einem Dönnerteller mit Pommes und Salat alles in der Hand. Bald neue Geschichten bei X-Faktor-das Unfassbare. Ihr Jonathan Frakes.

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