On the road

Da es heute morgen mal wieder ganz entzückend ereignislos war melde ich mich erst von der Rückfahrt. Wie man sieht ist es noch hell, der Nasenraucher telefoniert (warum haben die eigentlich alle so elend laute scheussliche Klingeltöne?) und ich habe mich müde getestet.

Okay, ganz so ereignislos war es heute morgen dann doch nicht. Es hat nämlich geschneit, mein Handy ist vor Pushmeldungen der einzelnen VRT-Linien fast explodiert und ich musste ewig lange mein Leben hassend im Schneetreiben auf den Anschlussbus warten. Obwohl die Strasse komplett frei war.

Wie ironisch ist es denn bitte den Holocaust zu überleben und dann in Israel an Corona zu sterben?

Auch schön: Beim Aussteigen aus dem Bus fast von einem Fahrrad überfahren zu werden. Vor mir im Stadtbus verfolgt jemand per App den Streckenverlauf. Wer hochguckt verliert oder was? Warum stehen wir jetzt ewig vor der Schweinekasse (so nennen wir in der Familie die Sparkasse mit dem bronzenen Schweinehirten davor)? Ja, es ist normal dass es um die Uhrzeit dunkel ist. Ja, gestern auch schon.

Inzwischen ist es immer noch dunkel aber schon Donnerstag. Zur Abwechslung regnet es mal wieder und ich bin unterwegs in einen neuen Tag im Namen der Systemrelevanz.

Und schon ist dieser Tag auch schon wieder vorbei und ich bin auf dem Weg nach Hause. Der Nasenraucher hört Musik und es verspricht mal wieder unerträglich spannend zu werden.

War es auch. Jetzt warte ich am Hauptbahnhof auf die Abfahrt des Busses und überlege ob ich schon wieder einen Döner essen soll. „Weisste, ich habe einen Kuseng in Koblenz“. Tja, ich habe einen in Amerika der bestimmt auch schon mal in Koblenz war. Mutig, mutig am Tag der landesweiten Coronakontrollen Bier trinkend und maskenlos mit freiem Oberkörper an einer Haltestelle in der Innenstadt zu tanzen. Wie merkwürdig anders die Strecke ist wenn man ausnahmsweise mal auf der anderen Seite aus dem Fenster guckt. Okay, wir sind auch wegen eines Unfalls eine Umleitung gefahren wie mir dann jetzt auch mal auffällt.

Und schwupps ist schon wieder ein neuer Morgen angebrochen und ich rolle wieder in Richtung Arbeit. Es regnet (tut es das nicht irgendwie immer) und ich bin außerordentlich unmotiviert. Zum Glück ist wenigstens Freitag. Der Fahrer trägt eine niedliche Mütze mit Ringelstreifen wie man sie sonst nur von Kindern kennt. Es wird bestimmt wieder total aufregend. Er hat jetzt jedenfalls mal das Licht ausgemacht und telefoniert mit quäkendem Lautsprecher. Nein, was isses wieder gemütlich!

Jetzt ein unglaublich spannendes Gespräch mit dem Fahrer des anderen Busses über den neuen Parkplatz an der Endhaltestelle der Linie 221. Und irgendwo sind Bäume umgestürzt. Irgendjemand hat für irgendwas viel zu viel bezahlt. (An dieser Stelle fröhliches Gelächter mitdenken).

Und jetzt stehe ich im Regen und warte auf den nächsten Bus. Der Fahrer ist mit mir ausgestiegen und hat sich nebenan im Discounter ein Brötchen und was zu trinken gekauft. Ich hatte mich schon gewundert warum wir so früh hier waren. Jetzt ist er wieder weg und ich freue mich auf einen wunderbaren Arbeitstag. In Schutzkleidung. Und am PC um die Testlisten zu aktualisieren. Ich hinke nur noch anderthalb Tage hinterher…

Und jetzt lade ich endlich mal diesen Text hoch bevor ich es schon wieder vergesse. Schließlich kann ich ja der Leserschaft mein spannendes Leben nicht weiter vorenthalten!

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