On the road

Da es heute morgen mal wieder ganz entzückend ereignislos war melde ich mich erst von der Rückfahrt. Wie man sieht ist es noch hell, der Nasenraucher telefoniert (warum haben die eigentlich alle so elend laute scheussliche Klingeltöne?) und ich habe mich müde getestet.

Okay, ganz so ereignislos war es heute morgen dann doch nicht. Es hat nämlich geschneit, mein Handy ist vor Pushmeldungen der einzelnen VRT-Linien fast explodiert und ich musste ewig lange mein Leben hassend im Schneetreiben auf den Anschlussbus warten. Obwohl die Strasse komplett frei war.

Wie ironisch ist es denn bitte den Holocaust zu überleben und dann in Israel an Corona zu sterben?

Auch schön: Beim Aussteigen aus dem Bus fast von einem Fahrrad überfahren zu werden. Vor mir im Stadtbus verfolgt jemand per App den Streckenverlauf. Wer hochguckt verliert oder was? Warum stehen wir jetzt ewig vor der Schweinekasse (so nennen wir in der Familie die Sparkasse mit dem bronzenen Schweinehirten davor)? Ja, es ist normal dass es um die Uhrzeit dunkel ist. Ja, gestern auch schon.

Inzwischen ist es immer noch dunkel aber schon Donnerstag. Zur Abwechslung regnet es mal wieder und ich bin unterwegs in einen neuen Tag im Namen der Systemrelevanz.

Und schon ist dieser Tag auch schon wieder vorbei und ich bin auf dem Weg nach Hause. Der Nasenraucher hört Musik und es verspricht mal wieder unerträglich spannend zu werden.

War es auch. Jetzt warte ich am Hauptbahnhof auf die Abfahrt des Busses und überlege ob ich schon wieder einen Döner essen soll. „Weisste, ich habe einen Kuseng in Koblenz“. Tja, ich habe einen in Amerika der bestimmt auch schon mal in Koblenz war. Mutig, mutig am Tag der landesweiten Coronakontrollen Bier trinkend und maskenlos mit freiem Oberkörper an einer Haltestelle in der Innenstadt zu tanzen. Wie merkwürdig anders die Strecke ist wenn man ausnahmsweise mal auf der anderen Seite aus dem Fenster guckt. Okay, wir sind auch wegen eines Unfalls eine Umleitung gefahren wie mir dann jetzt auch mal auffällt.

Und schwupps ist schon wieder ein neuer Morgen angebrochen und ich rolle wieder in Richtung Arbeit. Es regnet (tut es das nicht irgendwie immer) und ich bin außerordentlich unmotiviert. Zum Glück ist wenigstens Freitag. Der Fahrer trägt eine niedliche Mütze mit Ringelstreifen wie man sie sonst nur von Kindern kennt. Es wird bestimmt wieder total aufregend. Er hat jetzt jedenfalls mal das Licht ausgemacht und telefoniert mit quäkendem Lautsprecher. Nein, was isses wieder gemütlich!

Jetzt ein unglaublich spannendes Gespräch mit dem Fahrer des anderen Busses über den neuen Parkplatz an der Endhaltestelle der Linie 221. Und irgendwo sind Bäume umgestürzt. Irgendjemand hat für irgendwas viel zu viel bezahlt. (An dieser Stelle fröhliches Gelächter mitdenken).

Und jetzt stehe ich im Regen und warte auf den nächsten Bus. Der Fahrer ist mit mir ausgestiegen und hat sich nebenan im Discounter ein Brötchen und was zu trinken gekauft. Ich hatte mich schon gewundert warum wir so früh hier waren. Jetzt ist er wieder weg und ich freue mich auf einen wunderbaren Arbeitstag. In Schutzkleidung. Und am PC um die Testlisten zu aktualisieren. Ich hinke nur noch anderthalb Tage hinterher…

Und jetzt lade ich endlich mal diesen Text hoch bevor ich es schon wieder vergesse. Schließlich kann ich ja der Leserschaft mein spannendes Leben nicht weiter vorenthalten!

Another glorious morning

Es ist Dienstag, kein Schnee weit und breit und der Bus fährt. Und der Fahrer trägt Winterjacke und Mütze. Was durchaus sinnvoll ist da er mal wieder die volle Dröhnung Gebläse eingeschaltet hat. Es zieht von allen Seiten.

Update Rückfahrt

Und da war sie dann heute morgen wieder. Die wunderbare Ereignislosigkeit. Immerhin wurde es irgendwann warm.

Warm war mir dann auch in meiner PSA die aber wenigstens verdeckte dass ich beim Mittagessen gekleckert hatte. Kockorona hat auch seine Vorteile.

Und Gott sei Dank musste ich mit dem Bus von eben nur zwei Haltestellen fahren. Der Fahrer hat nicht nur Ballermannmusik gehört sondern auch laut mitgesungen. Es klang nicht schön…

Hier ist es ruhig nach einem kurzen Telefongespräch. „Was?…Ach so, klar. Tschüss“. Keine Musik. Am roten Bushäuschen werden wieder Zettel studiert und auf dem Handy getippt. In der Kategorie Action punkten wir hier mal wieder nicht.

Ich finde es immer wieder amüsant dass Dick Cheney eine offen lesbisch lebende Tochter hat. Da ist er bestimmt gerne zur Hochzeit gegangen.

Und jetzt Käppi und Jacke an, Türen auf und auf zum Rauchen. Kein Lebenszeichen aus Bus Nummer2, anscheinend eine nichtrauchende Frostbeule. Und wieder in der Kabine ist natürlich direkt was runtergefallen. Wie sollte es auch anders sein. Die Stille hier ist fast schon beängstigend.

Der Bus gen Süden ist dann auch endlich mal da. Auch hier ist es erschreckend ruhig. Und schweinekalt. „Mit der Maske kommen Sie hier nicht rein“ „Ich dachte dass wäre ein Scherz“ „Bin ich am Lachen?“ „Ich wollte sowieso in die 81“. Na dann. Und jetzt mal wieder Kleinkindaction. Verzweifelte Versuche dem Kinderwagen zu entkommen. Packende Beschreibung eines Films mit Kopfschuss drin. Wo ist denn plötzlich die Ruhe hin? Jetzt auch noch ein Video mit Kleinkind. Nöööt Nöööt!

Zuuuuuckeeeeer!

Hier ein Bild von der süssesten Versuchung seit es die Ecke mit den russischen Lebensmitteln im Edeka gibt. Es ist definitiv von Vorteil dass die Verpackung in einer Sprache beschriftet ist der ich nicht mächtig bin. So genau will ich gar nicht wissen was ich mir da in die Wampe schlage…

Heute morgen bin ich irritierend wach und entsprechend gut gelaunt unterwegs. Mein Tagesprogramm ist zwar gut gefüllt, aber es ist schon Donnerstag. Und bald habe ich schon wieder Urlaub, langsam kann ich mit der Vorfreude beginnen.

Inzwischen ist es Montag und ich nutze den Entwurf von Donnerstag um weiterzuschreiben.

Wegen eines eingeschneiten Fahrers (vermutlich Eifel) bin ich eine Stunde später unterwegs. Wieder hat sich die Hoffnung auf einen freien Tag zerschlagen. Schließlich liegt bei uns auch sowas wie Schnee.

Aber heute möchte ich auch gerne zur Arbeit, denn ich habe am Freitag mein Handy dort vergessen. Weshalb ich mein altes Handy mit dem kaputten Display (im Nachtdienst beim Toilettengang vergessen dass ich es im der Hosentasche hatte) reanimieren musste. Zum Glück habe ich auch noch eine zweite SIM-Karte im Tablet. Die macht momentan genausoviel Sinn wie die Bahncard. Man reist ja doch eher selten.

Noch immer grübele ich, um welchen Job es bei den beiden Kerlen am Freitag im Bus genau ging. Man kann ihn nur abends machen, es gibt direkt Geld bar auf die Hand und was für den Eigenbedarf. Ich habe da so eine Vermutung…

Heute morgen haben wir eine Fahrerin. Ganz was seltenes. Die Musik ist jedenfalls sehr gut.

Jetzt sind wir schon fast da. Im ungewohnt Hellen. Und fast ohne Schnee oder sonstiges Witterungsübel. Bald darf ich also wieder meiner Tätigkeit nachgehen. Immer mit dem Hintergedanken, in zwei Wochen Urlaub zu haben…

Update Rückfahrt

So, jetzt bin ich schon wieder auf der Rückfahrt. Ein Bus früher. Obwohl ich später angefangen habe war ich sehr fleissig. Und habe diesmal an mein Handy gedacht. Aber die Zigaretten vergessen. Wie passend, nachdem ich heute morgen schon ein Feuerzeug verloren habe.

Ich schorniere mich ganz furchtbar vor dem Busfahrer weil er eben an der Haltestelle gesehen hat wie ich meine Hose hochgezogen habe. Aber immer noch besser als sie beim Einsteigen zu verlieren…

Es ist mal wieder unglaublich langweilig und unspektakulär. Keine Musik, kein Telefonieren, kein gar nix. Das rote Bushäuschen steht wie der Bus auch einfach nur rum. Die Ministerpräsidentin bzw. ihr Wahlplakat hängt schief. Was steht eigentlich immer auf diesen ominösen Zetteln die hier so eifrig studiert werden?

Na Gott sei Dank war der mutmaßliche Mörder der Frau in Trier-West (abgelegt zwischen Baucontainern) kein Deutscher. Das passt einfach so viel besser in die Weltbilder und macht das Senf abgeben soviel einfacher.

Wer klaut 2,5 Tonnen Streusalz? Was genau macht man damit? Tresor und Kastenwagen (selbe Wochenendzusammenfassung) sind ja nachvollziehbar, aber Streusalz?! Ins Hochwasser zu fahren macht sicher Riesenspass. Die Strassen werden dann ja nur aus Spaß gesperrt, weiss man ja. Ein sehr häufig gehörter Satz meiner Kindheit war „Bleibt mit den Fahrrädern vom Hochwasser weg!“ Besagtes Hochwasser der Saar schwappte bis zu deren Kanalisation immer direkt vor unserer Haustür und hat uns Kinder magisch angezogen. Wenn das Wasser dann weg war ging es auf Schatzsuche auf der Saarwiese. Besonders schön nach dem Weihnachtshochwasser wo immer Unmengen Deko und Weihnachtsbäume angeschwemmt waren. Einmal wurde ich nach einem solchen Ausflug synchron mit einem Nachbarsmädchen vor der Haustür gestrippt um den Dreck draussen zu lassen. Sowas ist überhaupt nicht peinlich wenn man an einer gut befahrenen Bundesstraße wohnt! Eine der Hexen hatte uns prophezeit dass unsere Mütter nicht froh sein würden. (Das wussten wir selbst, Danke trotzdem Frau B. Wo immer Sie jetzt alles mitkriegen und kommentieren/weitertragen).

Na Gott sei Dank, ich dachte schon der Fahrer hätte sein Handy vergessen!

Wie fühlt man sich wohl wenn man den Bus fährt auf dem man aussen drauf klebt? Kann einem hier in der Stadt passieren. Und hier ein schönes Beispiel für die Richtigkeit des Spruchs „Was Friseure können können nur Friseure“. „Liebe machen“ ist eine schreckliche Bezeichnung für das was dieses Paar noch vorhat. (Genauso schrecklich ist dieses Wissen). So ein süsses Kind-und dann heißt es Ütschennie.

Nööööt!

Komisches Komma

Bilde ich mir das nur ein oder ist das Komma auf diesem Hinweisschild extrem störend? Gleiches gibt es auch für die Linie 14.

Ich bin mit dem Nasenraucher auf dem Heimweg von der Arbeit. Es ist noch hell weil ein Bus früher und sehr warm in meiner Winterjacke. Es rauscht wie eine kaputte Toilettenspülung und ist überhaupt mal wieder sehr anregend. Das einzig glamouröse sind die Glitzerfäden in meinen Socken.

Heute morgen wurde es auch erst gegen Schluss aufregend. Der Fahrer erhielt einen Anruf der Kategorie „Alter, das glaubt mir kein Mensch!“ (Vor Aufregung kieksende Männerstimmen sind ja ganz was feines).

Hach, wie originell auf dem Wahlplakat einen Mundschutz zu tragen. Und hier am roten Bushäuschen lächelt mir der örtliche SPD-Kandidat ins Fenster. Er ist optisch kaum von dem der CDU zu unterscheiden. Weisse Männer mittleren Alters mit mehr oder weniger ausgeprägter Glatzenbildung.

Der Nasenraucher raucht und telefoniert. Neben mir wird eine Sprachnachricht formuliert: „Ich muss gaaaar nix, nur sterben! Du mit deiner Aufmerksamkeitsstörung, echt!“ Nach kurzem wütendem auf das Handy starren und der Reinigung der Nebenhöhlen geht es auch schon weiter.

Gary Barlow ist 50 geworden. Nina Botts Hebammen haben beide Corona. Der seine Ex noch immer liebende Pietro Lombardi auch. Sexy Cora hat zehnten Todestag.

And Donald has finally left the building.

Hier am Hauptbahnhof hat ein Kind einen 1a Wutanfall. So mit fliegendem Püppchen, Stampfen und Brüllen. Die Welt ist aber auch manchmal böse bzw. „Alle blöd, Papa auch“. Auf der Strasse nach Süden geht es mal wieder nicht voran. Jemand soll „zwei rosane“ mitbringen.

Das Ziel meiner Träume

Da würde ich jetzt gerne hinfahren. Aber leider fuhr der LKW ohne mich ab…

Ich sitze im verspäteten Bus mit aufgeregt telefonierendem Fahrer. Der ordentlich auf die Tube drückt, es ist Mr Speed von letzter Woche. Dialogperle beim Einsteigen: „Sie sind zu spät!“ „Ich weiss“. Wahrscheinlich hat wieder die Katze gekotzt.

Ich hätte jetzt irgendwie gerne Urlaub. Mir ist so nach Hausarbeit und Studieren. Was um Himmels willen hat mir der nette Junge Mann am Donnerstag in den Arm gespritzt?

Mein Rücken tut immer noch weh, aber nicht mehr so schlimm wie gestern. Ich konnte sogar wieder Schuhe zum Zubinden anziehen. Man muss ja auch die Kleinigkeiten schätzen.

Jetzt stehen wir wieder an dieser hässlichen Baustelle. Der Fahrer erzählt irgendwas das nach „Alter, das glaubt dir kein Mensch“ klingt. Nach ausgiebigem Gähnen geht es weiter. Es ist so entsetzlich langweilig. Warum wurde jetzt gehupt? Ach so, ein Geisterschulbus hat unseren Weg gekreuzt.

Ja, Jungs blockiert mal ein bisschen die Strasse mit eurem Gespräch durch die Fensterchen. Es ist sowieso niemand unterwegs in dieser dunklen kalten Welt. Eine „Autospur“ muss auch mal dringend besprochen werden, was auch immer sie genau ist.

Der zweite Bus war heute pünktlich, weshalb ein Tod durch Erfrieren abgewendet werden konnte. Ich freue mich auf einen neuen Arbeitstag. Ich werde wieder viele Abstriche machen müssen…

Update Rückfahrt

So, nach einem wunderschönen Arbeitstag bin ich auf dem Weg nach Hause.

Der Fahrer freut sich gerade sehr über ein Gespräch mit einem Fahrgast der alles ganz genau wissen will. „Habt ihr einen Chef oder eine Chefin?“ „Chef. Disponent.“ „Fährt der auch manchmal?“ „Nein, ist ja Chef“. „Weisst du wer gerade noch alles fährt?“ „Nein, bin kein Disponent“. Und selbst der wird nicht alle Touren im Kopf haben, auch wenn manche Leute meinen dass der der den Dienstplan schreibt ihn auch auswendig kann. Dem ist definitiv nicht so!

Inzwischen ist der interessierte Fahrgast ausgestiegen weshalb der Fahrer sich ausgiebig einem Telefongespräch in seiner Muttersprache widmet. Also alles wie immer.

Gruselig, wenn der Bus ganz langsam durch eine enge Straße fährt und plötzlich Baldauf ins Fenster schaut.

Jetzt mal ausgiebiges Buslüften, Rauchen und Armwedeln. Ich wüsste mal gerne warum ein gewisser A. gerade Thema ist. Und was hat M. mit alldem zu tun? Nach dem Verkauf einer Fahrkarte („10 Cent vielleicht?“…“Das sind 20. Geht auch“) setzen wir unsere Reise fort.

Wegen der Muppet Show habe ich jetzt wieder Disney+ gebucht. Ich muss unbedingt mal wieder die Puppen tanzen lassen…

Back at good old Hauptbahnhof und demnächst auf der Strasse nach Süden. Es geht im Schneckentempo voran, wir erreichen vermutlich kurz vor Mitternacht die Porta. Es ist erschreckend ruhig im Bus, vermutlich befinden sich die Fahrgäste in einer Kältestarre. Ah, Aktion in Form eines Kleinkindes. „Nein, nicht da drauf drücken!“ „Die Stiefel bleiben an! Die Mütze auch!“ Gerade läuft der Versuch einer Befreiung aus dem Schneeanzug. Jeder Aussteigende wird mit Dada und Winken verabschiedet. Wie jetzt auch ich…

After work

Heute melde ich mich erst von der Rückfahrt weil ich heute morgen noch ein wenig bewegungsunfähig war. Ich hatte Rückenschmerzen from hell, vermutlich mal wieder durch „ungünstige Schlafhaltung“ wie es mal ein Orthopäde formuliert hat. Ich war kurz davor auf der Arbeit anzurufen um zu sagen dass ich nicht kommen kann weil es mir unmöglich ist mich ordentlich anzuziehen. Irgendwie ging es dann aber doch…

Ich höre sehr seltsame Geräusche. Es klingt als würde der Fahrer die ganze Zeit Bonbons auspacken. Und jetzt ist mal wieder was runtergefallen während wir am roten Bushäuschen stehen. Sehr seltsame Musik erklang bis das Handy klingelte. Heute wieder mit Lautsprecher…

Die ersten Plakate für die Landtagswahlen hängen. Vielleicht darf ich ja im Wahllokal der Ministerpräsidentin sitzen? Aber wahrscheinlich lande ich in irgendeiner langweiligen Ecke von Trier. Oder in einem sozialen Brennpunkt. Das erste Wahllokal dass ich lange Jahre aufgesucht habe war in einer Kneipe (mit Bundeskegelbahn!). Man musste immer an den „Trinkmännern“ am Tresen vorbei. Die nicht an Kommentaren gespart haben und wohl auch später immer lebhaftes Interesse an der Auszählung hatten. Die lange Jahre wenig spektakulär war, die Nicht-CDU-Wähler kannte das ganze Dorf. Der Altnazi war irgendwann tot, genauso wie der Kommunist. Es gab noch eine emsige DVU-Wählerin, meine SPD-Sippe und ein paar Exoten. Ich erregte mal Aufsehen durch Tragen eines „Gib Nazis keine Chance“ T-Shirts und musste mir immer anhören dass „alle anderen aus der Familie schon da waren“.

Hier ist mal wieder high life, die Freude über das Einsteigen eines Landsmanns ist groß. Es gibt anscheinend aufregende Neuigkeiten.

Na sowas, da habe ich doch tatsächlich meine Matheklausur nicht bestanden!

Christian Baldauf ist ausgesprochen unfotogen. Aber das scheint eine Grundvoraussetzung für die Spitzenkandidatur der CDU in RLP zu sein. Ich sage nur Christoph Böhr.

Hello Verteiler my old friend. Jetzt ist es fast geschafft und ich kann mir die heute morgen mühsam angezogenen Klamotten vom Leib reissen.

Ja, lieber XY, wir wissen jetzt dass du geimpft bist. No need to place another WhatsApp Status.

Und schon rolle ich gen Süden. Momentan vergehen die Arbeitstage und die Fahrten angenehm schnell. Und meine Stimmung wird auch wieder besser, nachdem ich mich kurzzeitig mit blöden Gedanken rumgeschlagen habe. Das Monster scheint wieder eingeschlafen zu sein.

Wochenende!

Es ist Freitag und ich fahre tatsächlich noch im Hellen Richtung Heimat. Obwohl der Tag heute so gar nicht danach aussah…

Als ich eingestiegen bin war der Bus schon voller kichernder Teenager. Das hat mich etwas irritiert. Sie reden übers Schminken und haben offensichtlich auch fleissig geübt.

Das ist wesentlich besser als das Gespräch dass ich vorhin an der Haltestelle mithören musste. Ich persönlich würde ja meine geplante Abtreibung nicht im öffentlichen Raum thematisieren. Man weiss nie wer einen hört. Besonders wenn es wie in dem Fall anscheinend als eine Form der Verhütung betrachtet wird.

Kaum sind die Mädels weg wird hier telefoniert. War mit zu rechnen. Nach dreimaligem „Häh?“ wurde der Witz anscheinend verstanden und es ertönt Schurkenlachen. Fast so schön wie das quietschende Grunzlachen eines seiner Kollegen…

In Trier wurden die Gedenkorte in der Innenstadt abgebaut. Die Sachen werden archiviert bzw. auf Wunsch den Hinterbliebenen ausgehändigt. Wer seinen Gedenkgegenstand wieder zurück haben möchte soll sich bei der Stadt melden. Das erscheint mir irgendwie seltsam-ich gehe doch auch nicht irgendwann an ein Grab und hole meinen Kranz wieder mit.

Hallo UPS: Mit der Mitteilung „Zustellung: andere Freig“ kann ich wenig anfangen. Jetzt werde ich die ganze Zeit rätseln ob das Päckchen bei mir im Haus angekommen ist oder nicht..

Es ertönt Kirmesmusik. Ich warte die ganze Zeit auf ein fröhliches „Und jetzt eine Runde Rückwärts liebe Freunde, eine Runde Rückwärts“.

Auf dem Spazierweg neben uns sitzt ein bockiges Kleinkind, der Vater kniet daneben. Das dauert sicher noch ein bisschen. Bei uns hat immer ungerührtes Weitergehen geholfen. Erschreckend, wenn die Mama sich noch nicht mal umdreht um zu gucken ob man nicht inzwischen entführt wurde. Da heilt dann auch mal spontan eine vorher festgestellte Lähmung der Beine. Vorher zu Boden geworfene Mützen werden dann übrigens auch wieder geholt, nicht wahr kleiner Cousin der Heiligabend aus den Füssen sein sollte und deshalb mit mir spazieren geschickt wurde?! (Bis heute habe ich den Verdacht dass auch ich aus den Füssen gebracht werden sollte, aber nach rund dreißig Jahren kann ich damit leben).

So, am Treffpunkt der Busse wird erstmal eine geraucht und sich vorsichtig dem vor uns stehenden Gefährt genähert. Der Kollege ist wohl Nichtraucher und Frostbeule, es wird in die vordere Tür gestikuliert und schurkengelacht. Und schon geht es weiter. So langsam könnte man hier die Weihnachtsbeleuchtung auch mal wegmachen.

Es sollte bei Twitter einen kurzen Warnhinweis geben bevor sich ein Video mit Volker Bouffier öffnet. Man erschrickt sonst ein wenig wenn sich die CDU in ihrer schönsten Form präsentiert.

Letzter Bus für heute und die nächsten zwei Tage. „Der Döner wird hier drin aber nicht gegessen!“ Die Kerzen an der Porta Nigra sind weg, es gibt nur noch eine kleine Gedenkstelle. Ich frage mich ob ich als Hinterbliebene etwas von den Sachen hätte behalten wollen. Wahrscheinlich die Briefe und Bilder. Es müssen mehrere tausend Kerzen gewesen sein…

Und plötzlich hielt ich eine Tüte mit einem Dönnerteller mit Pommes und Salat alles in der Hand. Bald neue Geschichten bei X-Faktor-das Unfassbare. Ihr Jonathan Frakes.

Es ist vollbracht

Gerade bin ich frisch geimpft auf dem Weg nach Hause. Ich bin fast ein bisschen enttäuscht, denn es war alles sehr unspektakulär. Und jetzt tut noch nicht mal der Arm weh! Ob ich unfruchtbar geworden bin werde ich leider nie erfahren.

Und jetzt habe ich mal wieder ein Entertainmentprogramm vom Feinsten. Die Musik ist richtig gut, klingt wie Britpop auf Russisch. Es ist auf jeden Fall besser als heute morgen. Da war es dermassen langweilig und ereignislos dass ich nichts zu berichten wusste.

Die Musik ist jetzt leider aus, denn es kam ein Anruf. Es klingt gerade wie das russische „Boah neee, echt jetzt?“ Jetzt singt wieder die Frau die jeder mag.

Es wäre sinnvoll gewesen auf der Arbeit nochmal die Toilette aufzusuchen.

Hallo, könnten Sie da vorne mal aufhören kalte Luft durch den Bus strömen zu lassen? Ich erfriere gleich. Naja, dann gehe ich wenigstens nicht ungeimpft von dieser Welt.

Aber schrecklich hungrig. Ich kam schon wieder nicht zum Essen. Das ist sehr traurig und trägt nicht unbedingt zu guter Laune bei.

Heute halten wir wieder an dem hässlichen Schild. Zeit für ein Telefongespräch mit integriertem Armwedeln.

Wo kommen die ganzen Leute her bzw. Wo wollen sie hin? Es sind noch mehr als gestern. Sehr seltsam. Der Stehmann ist auch wieder da.

Und schon sind wir am Hauptbahnhof. Wo auch schon der nächste Bus gefahren kam um mich in den Süden zu bringen. Irgendwie interessiert mich gerade so gar nicht „was der Nele voll krasses passiert ist“. Und auch nicht warum das mit dem Download nicht geklappt hat. Der Busfunk hat vermeldet dass heute keine Fahrzeuge gewaschen werden. Oh welch Ungemach dass die vorderen Plätze alle besetzt sind. Wir haben es jetzt alle mitbekommen. Ach so, das Zwiebelringezeichen ist die W-Lan-Anzeige. Keine Zwiebelringe, kein Download.

Nööööt!

Der Rest vom Fest

Heute ist der Tag der Weihnachtsbaumabholung. Das ist immer ein trauriges Bild wenn die abgeschmückten Exemplare am Straßenrand liegen und auf den Beginn ihrer letzten Reise warten.

Leider hat sich auch heute morgen meine Hoffnung auf einen witterungsbedingten Ausfall der Fahrt nicht erfüllt. So wie der Fahrer fährt können wir nur hoffen dass es nicht irgendwo unvermutet glatt ist. Sonst bin ich heute noch in den Lokalnachrichten zu sehen. Mit einer „Einweg Krankentransportdecke“ auf den Schultern in einem Krankenwagen sitzend. Das Radio mahnt jedenfalls zu vorsichtigem Fahren, die Umsetzung ist momentan ausbaufähig.

Die Eifellinie meldet wie jeden Morgen die ersten Ausfälle. Aber da liegt ja auch Schnee. Bei SWR3 gab es eine Zeitlang morgens den Spruch „Wenn in der Eifel, dann nur mit Winterreifel!“

Ein Hinweis für die Redaktion der „heute“ Nachrichten: Einen Tweet zum Thema „Impfpflicht für Pflegekräfte?“ besser nicht mit einer unbehandschuhten Hand mit roten Fingernägeln die eine Spritze an einen Oberarm hält bebildern. Sieht zwar besser aus als ein Naturhändchen mit Handschuh, ist aber irgendwie störend.

Mr Speed hat zu telefonieren begonnen. Er redet genauso schnell wie er fährt. Momentan sind wir aber am Bustreffpunkt. Wo als Morgengruss gehupt wird. Wohl zu kalt für eine persönliche Begrüssung. Und man muss ja auch weiterhin die Geschwindigkeit der Abmoderationen von Dieter Thomas Heck halten. Und noch eine kleine Lichtshow. Es wird schon wieder was auf dem Boden gesucht, die Erdanziehung in der Kabine scheint wieder enorm zu sein.

Wie schön, ich verstehe jetzt endlich mal worüber gesprochen wird. Es geht um einen Schlüssel. Viermal gab es da schon Probleme und keiner wusste wo der ist. Und heute morgen hat die Katze gekotzt, deshalb hat er nur schnell den Bus geholt und vergessen den Schlüssel aus dem Spind zu holen. Oh ja, Schlüssel können Probleme machen. Ich sage nur BTM. Das Problem „musste ich wegen Schlüssel nochmal von zu Hause kommen“ ist mir nicht unbekannt…

Und jetzt noch ein wenig rumstehen und auf den nächsten Bus warten. Wenigstens regnet es nicht. Und es ist nicht glatt, weshalb es nicht notwendig ist zu gehen wie auf rohen Eiern. Sieht aber lustig aus.

So, jetzt fahre ich den heutigen Rachenabstrichen entgegen. Kockorona soll endlich weg gehen! Aber wahrscheinlich werde ich die Tage im Zelt irgendwann vermissen…

Update Rückfahrt

Was für ein Tag! Kockorona at its best. Ich kam noch nicht mal zum Essen. Schröcklich, schröcklich.

Hier wurde schon wieder emsig telefoniert. Und jetzt läuft wieder die anscheinend schwer angesagte russische Sängerin.

Ein gewisser Herr Pompeo wird nicht nach Luxemburg kommen nachdem Jean Asselborn böse Sachen gesagt hat. Ich entschuldige mich hiermit aufrichtig für das ungebührliche Verhalten meines Migrationshintergrundlandes dessen Staatsbürgerschaft ich jederzeit beantragen könnte. (Ja, es gab tatsächlich mal Zeiten wo Luxemburger nach Deutschland arbeiten gingen weil dort besser bezahlt wurde!)

Zwei supercoole Helden in Jogginghosen beschallen den Bus mit schlechtem deutschen Rap. „Komm‘ in die Hood oder fehlt dir der Mut?“. Mir fehlt vor allem der reine Reim würde ich sagen.

Heute sind erstaunlich viele Menschen mit mir unterwegs. Habe ich irgendwas verpasst? Hat alles wieder auf? War alles nur ein böser Traum? Aber wenn ja warum tragen wir dann alle immer noch Masken?

Regierungskrise in Italien. Das schockiert mich jetzt echt, habe ich Italien doch immer als Land der skandalfreien stabilen Regierungen betrachtet.

Haalllooo, wenn vorne jemand einsteigt muss die hintere Tür nicht geöffnet werden. Es ist kalt draussen. Und es regnet schon wieder. Oder sind die Scheibenwischer auch nur mal so an weil man dafür ja ein Knöpfchen hat? Warum halten wir nicht an dem hässlichen Schild? Nein, zugestiegener junger Mann, der Fahrer hat nicht mit Ihnen geredet. Er wurde eben angerufen.

Huch, wo kommt denn jetzt plötzlich die Porta Nigra her? Sind wir echt schon da? Meinem leeren Magen gefällt das. Genau wie das sehr schnelle Erscheinen des Sternbusses. Aber ich musste ganz durchlaufen weil vorne nichts mehr frei war. Aber so höre ich wenigstens eine ergreifende Schienenersatzverkehrstory. Und kann ein Häufchen Rotzfahnen auf einem der Sitze betrachten. Das ist ausgesprochen eklig, nicht nur im Hinblick auf Corona. Manchen Leuten fehlt einfach das Gefühl für angemessenes Verhalten im öffentlichen Raum.

Nööööt! Endlich essen!